Test & Technik

Herzstück: Vivax Libero 27,5"

Das Vivax Libero: Ein Allmountain Bike mit großem Einsatzbereich.
Das Vivax Libero: Ein Allmountain Bike mit großem Einsatzbereich.

Ein Fahrrad - zwei Funktionen

Vivax startet 2016 mit seinem ersten Allmountain-Fully in die neue Bike-Saison. Das Libero bringt den Vivax- Assist-Sattelrohrmotor auch auf anspruchsvolle Trails. Mit ihrem Two-In-One-Prinzip bieten die Tiroler ein Bike mit zwei Funktionen an – aktives Radfahren ohne Antrieb oder komfortables Biken mit Motorunterstützung. Wir sind schon gespannt, inwieweit uns das Libero E-Bike unter Strom stellt.

Kontaktaufnahme

Auf den ersten Blick fällt die Satteltasche am Libero auf, welche man an einem aktuellen Allmountain-Bike normal nicht vorfindet. Dort ist der bis zu neun Amperestunden starke Lithium-Ionen-Akku, mit einer Mindestlaufzeit von 90 Minuten, versteckt. In einer speziellen Radflasche kann man den Akku im Flaschenhalter verschwinden lassen. Genauso unsichtbar ist der Motor. Er ist im Sattelrohr verborgen. Der zweite Blick fällt auf die hochwertige Ausstattung: Rock Shox Pike Gabel und Monarch RT 3 Dämpfer, beide mit 150 Millimeter Federweg. Hier spielen schon mal zwei gute Kameraden im Team. Des Weiteren ist die neue 2x11 Shimano XT Schaltung mit Bremsanlage verbaut. Für den besonderen Halt auf dem Trail sind die Continental Trail King, mit 2,4 Zoll Breite, auf die NoTubes ZTR Flow EX Felgen aufgezogen. Eine gute Teamaufstellung, finden wir. Jetzt wird’s aber Zeit. Anpfiff!

 

Das Libero im Trail

Bergab: Spritzig, wendig und verspielt. Das Fahrwerk schluckt Wurzelpassagen einfach weg. Auch kurze und knackige Gegenanstiege meistert das Libero mit seinen knapp 15 Kilo – sogar ohne Motorunterstützung. Bergauf den Motor hinzuschalten, schon klettert das Bike sorgenfrei. Man könnte gar die Füße vom Pedal nehmen. Die Kurbeln drehen dann ganz langsam weiter. Ein- und ausgeschaltet wird der Antrieb über eine Taste am Lenker. Ein kurzer Pedalrücktritt kann den Motor genauso deaktivieren. Mit dem Allmountain hat Vivax einen neuen Spieler im Team, der stolz von sich sagen kann: Ich bin ein freiheitsliebender Spieler, mit dem Hang, neue Wege zu gehen.

 

Fakten

  • Rahmen: 6066 Aluminium
  • Antriebssystem: Vivax Assist 4.75
  • Gabel: Rock Shox FS Pike 150mm
  • Dämpfer: Rock Shox Monarch RT3 150mm
  • Schaltung: 2x11 Shimano XT
  • Bremsen: Shimano XT, 180mm Scheiben v/h
  • Kurbel: Shimano XT 24/34 Zähne
  • Laufräder: NoTubes ZTR Flow EX
  • Reifen: Continental Trail King 2.4"
  • Gewicht: 15kg (ohne Pedale)
  • Preis: ab 5599 Euro

 

Im Gespräch

Dido Kopp, Technischer Geschäftsführer und Vertriebsleiter, stellt sich unseren Fragen zum neuen Libero von Vivax.

bikesport: Das Libero ist euer erstes wirkliches Allmountain-Bike. Was war euch bei der Entwicklung wichtig?
Dido Kopp: Uns war wichtig, ein auf Komfort ausgerichtetes Allmountain-Fully auf den Markt zu bringen, das ideal mit dem Vivax Assist harmoniert, und trotzdem in jedem Gelände eine gute Performance abliefert.

Euer Antrieb ist nicht jedem Biker ein Begriff. Kannst du kurz erklären, wie der Vivax Assist funktioniert?
Der Vivax-Assist-Sattelrohrmotor ist trotz seiner vielen Abstimmungsmöglichkeiten einfach zu bedienen. Über einen Taster, der am Lenker befestigt ist, wird der Motor ein- und ausgeschaltet. Ein kurzer Druck auf den Taster reicht, um 110 Watt Zusatzleistung abzurufen.

Momentan werben E-MTB-Hersteller immer mit Power oder Reichweite. Wo positioniert sich hier Vivax?
Vivax vereint durch das Two-In-One-Prinzip zwei Funktionen in einem Fahrrad. Das System punktet vor allem durch das sehr geringe Gewicht und die optimale Positionierung des Motors im Sattelrohr. Mit dem weltweit leichtesten Fahrradantrieb (nur 1,8 Kilogramm inklusive 6-Ah-Akku) können wir E-Bikes unter 10 Kilogramm anbieten. Das macht ausgedehnte Tagestouren mit einer Akkuladung möglich. Der Motor lässt sich auch an vorhandenen Rädern nachrüsten.

Wir vermissen bergab eine versenkbare Sattelstütze. Gibt es Möglichkeiten, diese nachzurüsten?
Eine versenkbare Sattelstütze ist nicht möglich. Allerdings kann man die Länge der Sattelstütze so wählen, dass ein manuelles Absenken bis zu zehn Zentimeter jederzeit möglich ist.

Der Akku ist in der Satteltasche gut versteckt. Was passiert, wenn die Fahrt richtig wild wird?
Grundsätzlich ist der Akku in der Satteltasche sehr sicher verstaut. Bei langen Abfahrten mit hohem Erschütterungspotenzial empfehlen wir, den Akku im Rucksack zu transportieren.

Stichwort Kundendienst. Muss der Antrieb regelmäßig zum Service? Wie intensiv muss man das System pflegen?
Die Motor-Getriebe-Einheit ist prinzipiell wartungsfrei. Wir bieten eine erweiterte Garantie von drei Jahren bei Einhaltung einer jährlichen Inspektion. Diese dient dazu, die Langlebigkeit des Produkts zu gewähren.

 

Im Laden

2016 feiert Vivax sein 10-jähriges Jubiläum. In den Anfängen noch als Gruber Assist bekannt geworden, erfuhr der Sattelrohrmotor 2011 eine komplette Überarbeitung und wird seither als neue Produktmarke Vivax Assist vertrieben. Von Anfang an wurde der weltweit leichteste E-Antrieb als Innovation im Bereich motorunterstütztes Fahrradfahren gefeiert. Er ging sogar beim 14. BrandNew Award der ISPO als Overall Winner hervor.

Individualität wird beim Tiroler Unternehmen groß geschrieben. Bei den meisten Komplett-Bikes können Farbe und Dekor ausgewählt werden. Sogar handgefertigte Carbonrahmen bietet Vivax nach Maß an. Die E-MTBs mit Vivax Assist sind unter zehn Kilogramm weltweit einzigartig.

Auf kostenlosen geführten Testfahrten können die Bikes direkt am Werk in Wörgl ausprobiert werden. Im Jubiläumsjahr 2016 wird Vivax mit einer Roadshow von Händler zu Händler ziehen und dann auch vor Ort geführte Testfahrten anbieten. Die Termine und Veranstaltungsorte sind ab 2016 auf www.vivax-assist.com zu finden.

Quelle: 

Text: Andy Rieger | Fotos: Jürgen Amann, Gideon Heede, Vivax | Video: Gideon Heede

News: