Wettkampf



UCI Mountainbike Weltcup in Albstadt

UCI Wolrdcup Albstadt 2015, Herren Absalon, Schurter, Vogel, Kulhavy
UCI Worldcup Albstadt 2015, Herren: Absalon an der Spitze, vor Schurter, Vogel und Kulhavy. Foto: Lynn Sigel

Duelle im Albstadter Hexenkessel

 

Zum vierten Mal trifft sich die Weltszene der Mountainbiker vom 20. bis zum 22. Mai 2016 in Albstadt. Beim zweiten Rennlauf in dieser Saison um den UCI Mountainbike Weltcup deutet  bei den Herren vieles wieder auf ein Duell zwischen Nino Schurter und Julien Absalon hin. Bei den Damen gilt Vorjahressiegerin Jolanda Neff als Topfavoritin. Bei den Gonso Albstadt MTB Classic gibt es aber noch mehr Rennen und mehr als 10000 Zuschauer werden erwartet.

 

Albstadt, das fehlt noch in der Liste der Siege von Weltmeister Nino Schurter (Scott-Odlo). Im vergangenen Jahr stand er kurz vor seinem ersten Sieg auf der Schwäbischen Alb, doch dann rutschte er wenige hundert Meter vor dem Ziel mit dem Vorderrad weg und stürzte. „Ich fühle mich gut und möchte mein Leader Trikot verteidigen. Albstadt ist nicht gerade meine Lieblingsstrecke, aber trotzdem hoffe ich den Sieg nachzuholen“, sagt Schurter. Gewonnen hat 2015 Julien Absalon (BMC Racing), der seinen 2014er-Sieg damit wiederholte und gleichzeitig seinen historischen 30. Weltcup-Erfolg feierte. Beim Weltcup-Auftakt in Cairns hatte er dieses Jahr früh einem Defekt, und dass obwohl er sich so gut fühlte „wie nur selten in meiner Karriere“. Bei der Europameisterschaft in Jönköping in Schweden landete er auf dem ersten Platz und zeigt sich gewappnet, in Albstadt den Hattrick zu holen. Eine Woche später folgt sein Heimrennen in La Bresse. „Ich mag Albstadt, aber La Bresse steht dieses Jahr noch höher im Kurs“, sagt Absalon.

 

 

Seit drei Jahren auf dem Siegerpodest: Absalon (1. Platz), Schurter (2. Platz) und Kuhlhavy (3. Platz).
Foto: Küstenbrück

 

 

Seit drei Jahren stehen Schurter, Absalon und London-Olympiasieger Jaroslav Kulhavy (Specialized Racing) in Albstadt ganz oben auf dem Treppchen. Der Schweizer Mathias Flückiger (Stöckli Pro Team) ist einer, der den dreien vielleicht gefährlich werden kann. Er klettert sehr gut, was auf der Strecke in Albstadt sehr wichtig ist, und steht Nino Schurter fahrtechnisch in nichts nach. „Ich habe ja noch keinen Weltcup gewonnen, aber es ist mein Ziel“, sagt Flückiger. Sein Landsmann Florian Vogel (Focus XC) hat immerhin bereits zwei Weltcupsiege auf seinem Konto. Er könnte in die etablierte Ordnung genauso eingreifen wie auch der Tscheche Ondrej Cink (Multivan-Merida), der zuletzt Woche für Woche stärker wurde, sowie der Franzose Maxime Marotte (BH-Sr Suntour-KMC)

 

Fumic und Milatz als deutsche Hoffnungsträger

Der Deutsche Meister Manuel Fumic (Cannondale Factory Racing) hat 2016 noch kein Erfolgserlebnis verbucht und war erst kürzlich erkrankt „Es war natürlich kein besonders günstiger Zeitpunkt. Deshalb kann ich auch nicht sagen: ich fahr’ in Albstadt aufs Podium. Aber ich hoffe, dass ich nicht weit davon entfernt raus kommen kann. Ich konnte einige Tage nicht trainieren, aber einen echten Substanzverlust habe ich nicht erlitten“, meint der Kirchheimer, dem das Profil in Albstadt nur bedingt entgegen kommt. Moritz Milatz hat zuletzt Aufwärtstendenz gezeigt und versucht sich an Pfingsten mit zwei Straßenrennen schnelle Beine zu holen. „Albstadt liegt mir und ich hoffe, dass es noch mal einen Schritt nach vorne geht“, erklärt der Freiburger. Er hat allerdings das Handicap eines schlechten Startplatzes. Markus Schulte-Lünzum (Focus XC) hat zumindest im U23-Bereich in Albstadt schon für Furore gesorgt. Auch bei ihm zeigte die Formkurve jüngst nach oben.

 

Damen: Jolanda Neff in einer eigenen Liga?

Zwei schnelle erste Runden und der Abstand zu den Verfolgerinnen war hergestellt. Danach lieferte Jolanda Neff (Stöckli Pro Team) dem Albstädter Publikum eine Solo-Show und feierte 2015 ihren dritten Weltcupsieg in Folge. Wer könnte am Sonntag einen erneuten Alleingang verhindern? Die Norwegerin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (Multivan-Merida) zum Beispiel, die bei der EM keinen guten Tag erwischte, aber im Prinzip in einer sehr guten Verfassung scheint. Oder die Dänin Annika Langvad (Specialized Racing), die im Weltcup-Leaderjersey an den Start geht, sich aber bei den Europameisterschaften Jolanda Neff klar geschlagen geben musste. Allerdings hat die Schweizerin im Gegensatz zu Langvad auf den Australien-Trip verzichtet und war deshalb sicher besser vorbereitet. Im vergangenen Jahr reichte es für die Dänin nur zu Platz 14. „Ich bin konstanter geworden und weiß jetzt sehr viel besser, was ich brauche um schnell zu fahren. Das zu lernen, dafür habe ich viel Zeit gebraucht“, sagt Langvad. 

 

 

Jolanda Neff im Alleingang beim UCI Weltcup in Albstadt 2015. Foto: Ridder

 

 

Deutsches Damen-Trio fährt ums Olympia-Ticket

Die deutschen Damen werden um den Sieg wohl nicht mitfahren können, doch Top-Ten-Resultate ist für ein Trio drin. Sabine Spitz (Murg-Niederhof) hat sich in diesem Frühjahr bis jetzt hervorragend präsentiert. Weil ihr das Terrain im Bullentäle nicht liegt, ist sie aber zurückhaltend. „Nach der schweren EM war es eine Gratwanderung, einerseits die Erholung zu schaffen und andererseits weiter zu trainieren. Top Fünf wäre arg optimistisch, aber auf die Top Acht mache ich mir Hoffnungen“, erklärt die 44-Jährige, die am Sonntag wohl den letzten Albstadt-Weltcup ihrer Karriere bestreiten wird. Zweimal war sie auf der Alb Elfte.

 

 


Sabine Spitz hofft in Albstadt auf eine Platzierung unter den Top 8. Foto: Maasewerd

 

 

Die amtierende Deutsche Meisterin Helen Grobert (Ghost Factory Racing) hatte musste bei der EM aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.Schaut aber wieder nach vorne: „Ich habe das abgehakt und bin für Albstadt motiviert. Ich will da ein gutes Rennen fahren und dem Bundestrainer zeigen, dass ich seine Fahrerin für Olympia bin“, kündigt die Freiburgerin an. Darum geht es für die 24-jährige Vorjahres-Sechste in erster Linie. Ihre direkte Konkurrentin um einen Olympia-Startplatz ist, neben Sabine Spitz, mit Adelheid Morath eine weitere Schwarzwälderin. Sie konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht bei der EM starten. „Ich hatte im Frühjahr eine super Vorbereitung und war deshalb mega enttäuscht. Aber jetzt geht es wieder besser und ich freue mich auf Albstadt. Ich mag den Kurs. Allerdings weiß nicht so genau wo ich stehe“, sagt die 31-Jährige, die 2014 in Albstadt schon mal Sechste war. Auch Elisabeth Brandau (Radon-EBE Racing) darf man nicht aus den Augen verlieren. Die Schönaicherin könnte für eine Überraschung sorgen. 

 

 

Start der Junioren beim Weltcup in Albstadt. Foto: Maasewerd

 

 

U23-Weltcup: Ben Zwiehoff will beim Heimspiel überzeugen

2013 gab es im U23-Rennen einen deutschen Heimsieg. Markus Schulte-Lünzum (Focus-XC) aus Haltern am See stand ganz oben auf dem Podest. Wenn das vor heimischem Publikum wieder einem Nachwuchsfahrer gelingen könnte, dann Ben Zwiehoff (Bergamont-Hayes). Der U23-EM-Vierte aus Essen hat sich Albstadt als vorläufigen Saisonhöhepunkt ausgewählt. Auftaktgewinner in Cairns war der Neuseeländer Sam Gaze (Specialized Racing). Die U23-Damen starten schon am Samstag. In Australien siegte die US-Amerikanerin Kate Courtney (Specialized Racing). Dort fehlte allerdings ein Großteil der Europäerinnen.

 

UCI Junior Serie: Über 200 Talente auf dem Kurs

Für die Rennen der UCI Junior Serie standen Anfang der Woche knapp 70 weibliche und 160 männliche U19-Biker auf den Meldelisten. Sie verteilen sich auf 22 verschiedene Nationen. Mit dabei sind neben den frisch gebackenen Europameistern Sofie Wright (Großbritannien) und Thomas Bonnet (Frankreich) auch alle anderen vier Junioren, die bei der EM in Schweden die Medaillen abgeräumt haben.

 

 

Juniorenrennen beim Weltcup in Albstadt. Foto: Küstenbrück

 

 

Streckenanpassungen

Die Fahrer bekommen es am Wochenende mit zwei Änderungen an der Strecke zu tun. Erstens werden sie in Runde eins auf einer neuen Trasse geradeaus den Berg hinauf geschickt, so soll das Stauproblem am ersten Singletrail, etwas entschärft werden. Zweitens wurde die Passage, die auf der rechten Seite des Bullentäles liegt, völlig neu gestaltet. Sie ist jetzt flüssiger zu fahren und auch zum Überholen geeignet.

  

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Die Meldelisten für den UCI Mountainbike Weltcup wurden am Montag geschlossen. Für die vier Rennen wurden 457 Meldungen aus 41 Nationen und allen Kontinenten außer der Antarktis abgegeben. Die meisten Teilnehmer stellt die Schweiz mit 61 Fahrern. Dann folgt Deutschland mit 57 und die Franzosen mit 51 Fahrern. Mehr als 200 Kinder und Jugendliche werden für die Rennen der Alb-Gold Juniors-Cup am Freitag erwartet, so dass sich die Gesamt-Teilnehmer-Zahl am Wochenende wohl wieder bei etwa 2000 einpendeln wird.

 

 

 

Quelle: 

Erhard Goller, Redaktion bikesport

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