Wettkampf



Nino Schurter und Annika Langvad siegen in Albstadt

UCI Weltcup Albstadt, Siegerehrung Elite Herren, Schurter, Absalon, Marotte
Siegerehrung Elite Herren: Absalon, Schurter, Marotte (von links)

Schurter und Langvad sprinten zum Sieg

Weltmeister Nino Schurter hat am 22.05.2016 nach einem heißen Duell mit Julien Absalon den UCI Weltcup in Albstadt gewonnen. Bei den Damen triumphierte Annika Langvad vor der großen Überraschung Jenny Rissveds. Sabine Spitz fuhr auf Rang vier.

Zum ersten Mal hat Nino Schurter in Albstadt gesiegt. Der Schweizer (Scott-Odlo) gewann den Sprint gegen Julien Absalon (BMC Racing) auf den allerletzten Metern und jubelte nach 1:28:38 Stunden über seinen 19. Weltcupsieg. Dritter wurde der Franzose Maxime Marotte, der 55 Sekunden später ins Ziel kommt.

 

Siegerehrung Elite Damen: Sabine Spitz, Jenny Rissveds, Annika Langvad, Catharine Pendrel,
Gunn-Rita Dahle-Flesjaa (von links). Foto: Benno Dietrich

 

Annika Langvad konnte in Albstadt ihren dritten Weltcupsieg in Folge eingefahren. Die EM-Zweite siegte 1:25 Minuten vor der Schwedin Jenny Rissveds und 1:36 Minuten vor der Kanadierin Catharine Pendrel. Die EM-Dritte Sabine Spitz (Murg-Niederhof) belegte überraschend Rang vier (+2:03) vor ihrer langjährigen Rivalin Gunn-Rita Dahle-Flesjaa aus Norwegen. Elisabeth Brandau aus Schönaich sorgte für eine weitere Überraschung. Mit Rang sieben (+3:14) knackte sie erstmals die Olympia-Norm. Jolanda Neff war erkrankt und konnte nicht in Albstadt starten.

Duell bei den Herren: Absalon gegen Schurter

Als Absalon und Schurter auf die Zielgerade kommen, eröffnet Absalon den Sprint. „Das war mein Plan“, sagt Schurter. Doch in der Kurve rutscht er mit dem Hinterrad kurz weg. „Ich hatte schon kurz Angst, uh, jetzt wird’s dann knapp. Aber ich bin zufrieden, dass es geklappt hat. Solche Siege machen am meisten Spaß. Wenn ich top vorbereitet bin, kann ich auch auf so einer Strecke mit Julien mithalten und ihn schlagen.“ Der geschlagene Absalon ist ein wenig enttäuscht, dass es nicht gereicht hat. „Es war eine Gelegenheit Nino mal im Sprint zu schlagen. Ich habe am letzten Anstieg versucht wegzukommen, aber das hat nicht geklappt. Bergrunter war ich diesmal ein bisschen schneller, aber Nino ist auf der Wiese wieder ran gekommen“, kommentiert Absalon. Maxime Marotte, der vor der letzten Runde noch auf 17 Sekunden herangekommen war, bestätigte auch in Albstadt seinen zweiten Rang von Cairns und liegt in der Gesamtwertung jetzt gleichauf mit Julien Absalon auf Rang zwei hinter dem zweifachen Saisonsieger Schurter.

Aus den deutschen Reihen gab es kaum positive Nachrichten. Manuel Fumic war nach einem Infekt nicht voll leistungsfähig und kam nach einer guten Startphase nicht über Rang 20 hinaus.  „Ich wusste, dass ich nicht in der Top-Form bin und der zweiten, dritten Runde musste ich versuchen meinen Rhythmus zu finden und dann so gut zu fahren wie es geht. Es war zwar besser als in Cairns, aber es ist sicher noch nicht zufriedenstellend für mich“, erklärt Fumic.

Überraschung bei den Damen: Jenny Rissveds

Die größte Überraschung bei den Damen ist Jenny Rissveds. Die Schwedin stürzt in der ersten Phase des Rennens. „Ich glaube, ich war ein wenig gestresst von der Situation. Letztes Jahr im U23-Weltcup war das ganz anders, bei den Damen wollen alle eine gute Position“, erklärte Rissveds ihren Fahrfehler, der ihr einen Cut unterhalb des Knies bescherte. Sie schaffte es aber ruhig zu bleiben, fuhr zwei Runden lang konservativ auf Rang sechs und bemerkte, „dass die Abstände nach vorne nicht größer wurden“. Also, habe sie gewusst, dass sich in den letzten beiden Runden noch die Chance aufs Podium eröffnen würde. „Ich wusste, ich muss Linda Indergand überholen und als ich das dann geschafft habe, sah ich Gunn-Rita und Sabine vor mir. Das hat mich noch zusätzlich angespornt und dann war da noch Catharine“, erzählte Rissveds so atemlos, wie auch das Rennen für sie gewesen sein muss. „Zweite beim Elite-Weltcup, ich kann es noch gar nicht glauben.“ Rissveds hatte 2015 alle U23-Weltcup-Rennen gewonnen.

 

Elisabeth Brandau. Foto: Benno Dietrich

 

Elisabeth Brandau knackt die Olympia-Norm

Überaus glücklich war auch Sabine Spitz über ihren vierten Platz. Zum ersten Mal stand sie in Albstadt auf dem fünfköpfigen Weltcup-Podium. „Auf einer Strecke, die mir eigentlich nicht liegt“, wie sie wieder betonte. Für eine weitere positive Überraschung aus deutscher Sicht sorgte Elisabeth Brandau. Sie fuhr mit Startnummer 33 auf den siebten Platz nach vorne. Konstant kletterte sie Position um Position nach vorne und knackte damit als vierte Deutsche die Olympia-Norm.  „Es war mental extrem hart. Ich kann es noch gar nicht fassen, der Druck war immens. Mir fällt ein riesen Stein vom Herzen“, sagt Brandau. „Ich habe alles umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe. Ich habe nie überzogen, erst am Schluss, als ich meine Position verteidigen musste. Ich hoffe, ich habe dem Bundestrainer gezeigt, dass er mit mir rechnen kann.“ Mit Helen Grobert auf Rang elf (+4:01) und Adelheid Morath auf Rang 13 (+4:35) waren zwei weitere deutsche Damen unter den Top 15 und sorgten für ein Mannschafts-Resultat, das es im Weltcup so noch nie gab.

Quelle: 

Erhard Goller, Redaktion bikesport, Fotos: Benno Dietrich

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