Test & Technik

bikesport Schrauberschule: Auf dass der Freilauf surrt!

Sorgfältiges arbeiten ist beim aufsetzen des Zahnkranzes nötig
Sorgfältiges arbeiten ist beim aufsetzen des Zahnkranzes nötig

Rein mit dem Motor!

Zugegeben, wir lassen hier keinen V8 in ein Muscle Car ein. Doch ein wenig Rock ‘n‘ Roll liegt in der Luft, wenn man den Antrieb montiert. Denn wenn endlich der Freilauf surrt, steht bald die erste Ausfahrt mit dem Schmuckstück an. Doch bevor es so weit ist, sollten Schaltwerk, Umwerfer und Kette perfekt sitzen. Praktischerweise kommt vor dem Kürzen der Kette noch die Montage der Schaltzüge, doch widmen wir diesem Vorgang mehr Aufmerksamkeit in der nächsten Folge. So ließe sich nämlich der Umwerfer zum Ermitteln der Kettenlänge einfach durch Schalten in die äußerste Position bringen. Hier zwingen wir ihn durch die Anschlagschraube in diese Lage.

 

Was wird benötigt:

Montagepaste, Inbus-Set, Zahnkranzwerkzeug, dazu passender Maul- oder Drehmomentschlüssel, Kettennieter, eine beliebige Zange und eine aus einer Speiche selbst gebastelte „Kettenspange“.

1. Freilauf mit Montagepaste bestreichen

Überschüssiges Fett etwas abwischen.

2. Kassette auf den Freilauf setzten

Die Einzelteile der Kassette auf den Freilauf fädeln, dabei dort den markanten Bereich mit der breiteren Vertiefung beachten. Den Abschlussring per Hand lose aufschrauben.

3. Zahnkranz festziehen

Den Ring mit dem Zahnkranzwerkzeug und dem Maulschlüssel festziehen. Im Idealfall mit einem Drehmomentschlüssel auf etwa 40 Nm. Dann das Hinterrad einbauen.

4. Bestreichen der Schraube mit Montagepaste

Bestreiche die Schraube des Schaltwerks mit Montagepaste und montiere es am Schaltauge.
Bei Bedarf drehe die sog. B-Schraube, damit das Schaltwerk den Rahmen nicht berührt.

5. Anschläge einstellen

Stelle die Anschläge so ein, dass das obere Röllchen genau unter dem kleinsten Ritzel sitzt. Beim Drücken auf das größte Ritzel darf es minimal über dieses hinausgehen.

6. Umwerfer einstellen

Den Umwerfer (auch mit Fett auf der Schraube) parallel zu den Kettenblättern montieren. Das Blech sollte beim Schwung über das größte Blatt etwa 1–3 mm Platz haben.

7. Kette einlegen

Lege die Kette nur um die beiden großen Blätter. Ziehe sie halbwegs stramm, aber addiere dann zu der sich daraus ergebenden Länge ein inneres und äußeres Glied.

8. Kürzen der Kette

Du hast jetzt die richtige Kettenlänge. Kürze die Kette nun mit dem Nietwerkzeug um die überflüssigen Glieder. Darauf achten, dass eine Innen- und eine Außenlasche übrig bleiben.

9. Kette einfädeln

Fädele die Kette jetzt erst durch das Schaltwerk und halte sie mit der „Spange“ zusammen, die du dir zuvor aus einer alten Speiche gebogen hast.

10. Kette verschließen

Führe die Glieder mit der Kettenniete zusammen. Mit dem Nietwerkzeug drückst du diese vorsichtig so weit hinein, bis der nötige Druck plötzlich leicht nachlässt.

11. Kettenniete mit Zange kürzen

Mit der Zange brichst du jetzt den überstehenden Teil der Niete einfach an der Sollbruchstelle ab.

12. Kettengelenk geschmeidig machen

Das frisch zusammengeführte Kettengelenk dürfte nun etwas steif sein. Biege die Kette an diesem Punkt etwas hin und her, und alles sollte geschmeidig laufen!

Quelle: 

Redaktion bikesport: Text Tristan Zerdick, Bilder bikesport

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