Test & Technik

Trailbikes im Test: Scott Genius 930

Sprinter

Das Genius 930 ist das einzige Bike im Testfeld, das auf 29-Zoll-Laufrädern rollt. Entsprechend ruhig und souverän rollt es über Stock und Stein und bietet ein sehr sicheres zuverlässiges Fahrgefühl. Die 140 Millimeter Federweg der Gabel sind für ein Trailbike üppig, am Hinterbau ändert sich der Federweg auf  Hebeldruck am Lenker. Die Twinloc-Technologie von Scott macht es möglich. In offener Position des Fox Nude-Dämpfers sind es 130 Millimeter, in der Trailposition mit mehr Plattform straffe 90 Millimeter, in der dritten Position ist der Hinterbau blockiert. Das funktioniert gut und macht das Genius in vielen Situationen zu einem sehr effektiven Bike. In Abfahrten liegt es wie ein Brett und bietet viele Reserven, im Trail und beim Klettern ist es mit strafferem Hinterbau sehr vortriebsstark. Kehrseite der Medaille sind die vielen Kabel und Leitungen vor dem Cockpit, zumal das Scott auf eine Shimano XT mit Zweifachkurbel setzt. Die große Gangvielfalt ist willkommen, wenn es in alpines Gelände geht, aber es ist eben auch ein zweiter Schalthebel montiert und ein Zug zum Umwerfer  verlegt. An sich sind der Lenker und der Vorbau passend dimensioniert und auch formschön, wir haben lediglich die anfangs unter dem Vorbau platzierten Spacer entfernt, um die Front etwas tiefer zu legen.

Das Scott Genius klettert sportlich bergauf und vermittelt Sicherheit im Downhill.

 

Marathon-Gene

Aufgrund seiner Laufruhe sowie dem ausgezeichneten Sprint- und Klettervermögen würden wir mit dem Genius 930 jederzeit auf die Marathonstrecke gehen,  wobei dieser durchaus fahrtechnischen Anspruch stellen darf. Das Trail- und Abfahrtspotential des Scott ist ebenfalls hoch, sein Charakter aber nicht ganz so aggressiv wie der manch anderer Bikes im Testfeld. Für noch mehr Grip und Kontrolle im Trail würden wir den 2,25 Zoll breiten Nobby Nic am Vorderrad gegen einen in 2,35 Zoll tauschen. Die X-Fusion Variostütze bietet 125 Millimeter Verstellweg und gibt in Abfahrten und technischen Passagen mit abgesenktem Sattel ein gutes Gefühl. Sie kann vom Lenker aus betätigt werden, wobei der Zugriff auf den Hebel etwas fummelig ist. Vertrauenserweckend arbeiten auch die Shimano SLXBremsen mit 180-Millimeter-Scheibe vorne und hinten.

Variostütze: Die X Fusion Variostütze erfüllt ihren Zweck, geht aber etwas schwerfällig.

Drei Stufen: Die TwinLoc Technologie lässt den Dämpfer auf 130,90 und Lockout justieren.

 

Fazit

Das Scott Genius 930 ist ein schneller Trailflitzer mit solider Ausstattung und Marathon-Genen. Es macht bergab wie bergauf viel Spaß und vermittelt ein souveränes Fahrgefühl.

 

Ich hab's getestet

„Das Genius 930 hat mir vom ersten Augenblick an ein sicheres Fahrgefühl gegeben. Es rollt mit seinen großen Laufrädern wie eine Gämse bergauf. Ich hätte mir vorne einen bissigeren Reifen gewünscht. Außerdem stören mich die vielen Kabel am Cockpit.“

Martin Munker,
bikesport-Testleiter

 

Technik Info

Rahmen

Material/Größen: Aluminium / S, M, L, XL
Gewicht (ohne Pedale): 13,30 kg

Federung

Gabel: FOX 34 Float Performance Air (140 mm)
Dämpfer: FOX Nude / Scott custom (90–130 mm)

Antrieb & Bremsen

Schaltung v/h: Shimano Deore XT 2x11
Schalthebel: Shimano Deore XT
Kurbel: Shimano Deore XT
Bremsen: Shimano SLX (180/180 mm)

Laufräder

Naben/Laufrad: Shimano SLX / Syncros X-23
Reifen: Schwalbe Nobby Nic / Rocket Ron (2,25”)

Parts

Lenker: Syncros FL1.5 T-Bar (740 mm)
Vorbau: Syncros TR1.5
Stütze: X-Fusion Hilo Strate custom (125 mm)
Sattel: Syncros XM2.0 / CROM rails

Preis

Preis: 3799 EUR
www.scott-sports.com

Quelle: 

Text: MARTIN MUNKER I Fotos: GIDEON HEEDE

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