Test & Technik

Herzstück: Salsa Blackborow 1

Herzstück: Salsa Blackborow 1
Das Salsa Blackborow 1 ist wie gemacht fürs große Abenteuer

Ein Bike fürs große Abenteuer

Dickes Ding! Das war der erste Gedanke, als ich das Salsa Blackborow 1 in der Werkstatt aus seinem Karton befreite. Definitiv, dieses Fatbike wurde nicht entwickelt, um nur locker zur Eisdiele zu rollen. Das Blackborow will raus in die Natur, in die Freiheit. Losziehen, dorthin fahren, wo es schon lange keine geshapten Anlieger mehr gibt. Ein treuer Freund fürs große Abenteuer. Ich kann kaum erwarten, dass es los geht.

Kontaktaufnahme

Wer als kleiner Jungs Monstertrucks cool fand, kommt wahrscheinlich um diese Assoziation nicht ganz herum. Der offiziell 4,8 Zoll breite Reifen Surly Lou (gemessen bringt er es fast auf fünf Zoll) fällt wirklich sehr mächtig aus. Die Felge nennen sie bei Surly „Clown Shoe“ – bei 100 Millimetern Breite nicht gerade eine Übertreibung. Ansonsten entspricht das Blackborow eher einem Jeep als einem auf Optik getunten Truck. Es ist alles dran, was es braucht, um im Gelände voranzukommen – mehr nicht. Oder anders ausgedrückt: Auf technischen Firlefanz wird zugunsten von Haltbarkeit und Robustheit verzichtet. Beispielsweise ist die mechanische Bremse Sram BB7S verbaut, geschaltet wird mit der Kombi aus Sram X9-Schaltwerk sowie X7-Umwerfer und -Schalthebel. Die Züge sind unter dem Oberrohr verlegt, die Sattelstütze ist starr – die Gabel ist es auch. Diese kommt von Salsa und hat dafür ganz andere Vorzüge: An sechs seitlichen Montageösen kann so einiges an Zusatzgepäck montiert werden. Der Mehrtagestour steht so nichts im Wege.  

 

Das Salsa Blackborow im Trail

Im Gelände wird schnell klar: Das Blackborow ist weder ein besonders leichtes noch das schnellste Bike. Aber dafür hat man dank der dicken Reifen an Stellen noch Traktion, die man eigentlich im Kopf längst abgeschrieben hatte. Über Wurzelteppiche schwebt es förmlich. Matsch, Sand, grober Schotter oder auch Flussdurchfahrten nimmt das Bike gelassen hin – vorausgesetzt man hört niemals auf zu treten. Dann gleicht das Blackborow tatsächlich einem Jeep. Ein Bike fürs große Abenteuer – aber nicht nur das.

Fakten

  • Rahmen: 6066 Aluminium
  • Gabel: Salsa Bearpaw 15 x 150 mm
  • Schaltung: 2x10 Sram X9/X7
  • Bremsen: Sram BB7S, 160 mm Scheiben v/h
  • Kurbel: Surly 22/36 Zähne
  • Laufräder: Surly Clown Shoe (100 mm),
  • Reifen: Surly Lou 26 x 4.8"
  • Gewicht: (ohne Pedale) 15,2 kg
  • Preis: 2799 Euro

 

Im Gespräch

Mike Riemer, Salsa Marketing Manager, erklärt die Vorzüge des Blackborows und was ein Fahrrad für richtige Abenteurer können muss.

bikesport: Mike, was macht denn das Blackborow zu einem perfekten Gerät für Abenteurer?
Mike Riemer: Betrachtet man das Ganze aus der wirklichen Abenteurer-Perspektive, weiß der Fahrer vorher nicht viel über die Streckenbeschaffenheit oder überhaupt, dass überall ein Pfad vorhanden ist. Das Blackborow hat die dicksten erhältichen Fatbike-Reifen. Das bietet dir die besten Möglichkeiten immer zu fahren, ohne Rücksicht, ob du durch Matsch, Schnee, tiefen Sand oder über Geröll fährst. Du fährst!

Für welches Terrain ist denn das Bike geeignet?
Das Blackborow glänzt, wenn der Untergrund wirklich schwierig wird. Die Reifen in Kombi mit der breiten Felge sorgen für massiven Auftrieb, bieten viel Stabilität und natürlich Traktion ohne Ende. So ist es möglich, super schwieriges Terrain zu fahren, ohne dabei den Fuß absetzen zu müssen. Zudem ermutigt die große Schrittfreiheit den Fahrer, auch bei technischen Passagen ans Limit zu gehen.

Das Bike hat keine Federgabel. Wird die bei fast fünf Zoll breiten Reifen nicht benötigt?
Im 2015er-Blackborow ist keine Federgabel verbaut, weil es seine Wurzeln als Abenteuer-Bike hat. Daher kann an der Gabel auch Zusatzgepäck montiert werden. An einer Starrgabel kann einfach weniger kaputt gehen. Aber wir denken, dass auch so ein Fatbike von einer Federgabel profitieren kann. 2016 wird es zusätzlich ein Blackborow geben, das mit einer Rock Shox Bluto kommt.

Bike-Packing scheint gerade in den USA eine große Nummer zu sein. Da ist schon Cowboy-Lifestyle mit dabei?
Ja, wir sind ja auch wirklich mit viel Platz gesegnet. Leute können kleine Bikepacking-Touren unternehmen, aber auch richtig große Touren sind möglich. Das nimmt zu, hauptsächlich weil die Ausrüstung immer leichter wird. Klar, und jetzt wird es auch durch die Bikemedien gepusht, auch von denen man nie so eine Story erwartet hätte.

Mit absoluter Wildnis kann Deutschland leider nicht dienen. Wie kann man dennoch mit dem Bike bei uns Spaß haben?
Fatbikes sind auch Mountainbikes. Nimm das Bike und gehe damit auf ein paar wirklich technische, wurzelige oder felsige Trails. Du wirst erstaunt sein – und mit dem Blackborow ein paar wirklich großartige Erlebnisse haben.

Quelle: 

Autor: Thomas Werz, Foto: Jürgen Amann, Video: Gideon Heede