Reise

Innsbruck: Biken rund um die Hauptstadt der Berge

Selbstbewusst nennt sich Innsbruck „Hauptstadt der Alpen“. Im Norden türmen sich die schroffen Kalkformationen der Nordkette, und im Süden geht es in Richtung Brenner, Stubaier Alpen und Alpenhauptkamm. Die Tiroler Landeshauptstadt, zwar nur auf 574 Metern über dem Meer gelegen, ist mittendrin. Kein Wunder, dass Innsbruck wie ein Magnet junge Studenten und Outdoor-Sportler anzieht.

Nur wenige Städte Europas bieten einen vergleichbaren Freizeitwert. Auch wenn für den Bike-Tourismus noch nicht sehr erschlossen, gibt es rund um Innsbruck für Biker viel zu entdecken: aber Obacht: Als Newbie
sollte man sich unbedingt an die Spielregeln der  Locals halten.

Innsbruck will von den Bikern entdeckt werden
Besser man hält sich an einen wie Harald Philipp. Der Deutsche lebt mittlerweile seit acht Jahren in der Stadt und hat sich als Profi-Biker und Befahrer extrem steiler Berge einen Namen gemacht. „Inzwischen werd‘ ich von den Locals akzeptiert“, sagt der 29-Jährige und lacht. Haralds perfekter Bike-Tag beginnt mit einem gemütlichen Frühstück in Stefans Brotmanufaktur hinter der Markthalle, während er schon Pläne für den Tag
schmieden kann. „Als Biker erschließt sich einem Innsbruck nicht so schnell wie die sehr touristisch geprägten Gebiete“, erklärt Harald. „Die Gegend rund um Innsbruck will entdeckt werden. Das ist immer ein bisschen ein Abenteuer, und man muss kreativ planen.“ Der große Vorteil ist: Die meisten Touren können direkt von der Stadt aus gestartet werden.

Knifflig an der Nordkette oder flowig am Mieminger Plateau
Wer es sich richtig hart geben will, auf den wartet hoch über der Stadt der Nordketten Singletrail, gebaut von der Firma Trail Solutions und die Hausstrecke der Innsbrucker Vertrider. Schwer, steil, steining und knifflig – richtig Spaß haben hier wirklich nur sehr gute Fahrer. Nicht umsonst ist das auch die Strecke des Nordkette Downhill Pro. Entspanntere, aber ebenfalls spaßige Möglichkeiten findet man in Steinach am Brenner. Der dortige „Bikepark Tirol“ liegt nur eine halbe Stunde mit dem Zug von Innsbruck entfernt. Hier warten zwei unterschiedlich schwere Strecken mit flowigen Lines, Sprüngen und Wallrides.

Harald wiederum zieht es ins Karwendel, „da ist es schön wild und einsam“, und vor allem zum Mieminger Plateau, eine halbe Autostunde westlich von Innsbruck. „Hier gibt es wirklich sensationelle Touren
unterhalb des Simmerings hinab bis ins Inntal“, erzählt Harald. Im Gegensatz zur Nordkette sind die Trails flowiger – „außerdem scheint auf dem Hochplateau den ganzen Tag die Sonne.“

Zurück in die City. In der Wolke 7 auf der Hungerburg wartet das verdiente Feierabend-Bier. Vor allem freitags beschließen die Locals dort gerne ihren Tag. Wer sich den ganzen Tag ausgetobt hat, auf den wartet das Innsbrucker Nachtleben, und das hat wirklich einiges zu bieten. Wer nicht in verschwitzten Bike-Klamotten durch die Stadt rollen möchte, dem empfiehlt Harald das Café 360 Grad auf dem Rathausdach mit Blick
über die ganze Stadt: „der maximale Kontrast nach einem Tag in der Natur.“ Und wer es nachts noch so richtig krachen lassen möchte, der geht anschließend „in die Bögen“. Dort warten Bars und Kneipen – zig Möglichkeiten, die Nacht zum Tag zu machen. Doch Vorsicht: Der nächste Morgen wartet, und mit ihm weitere Bike-Abenteuer rund um die Hauptstadt der Berge.

> Innsbruck kompakt <

Innsbruck ist immer noch eine Stadt, in der Mountainbiker nach wie vor Abenteuer erleben können, findet Profi-Biker Harald Philipp. Hier seine Tipps für ein paar spannende Bike-Tage in der Tiroler Landeshauptstadt.

  • Mountainbiken: Hart, steil und sehr steining ist der Nordketten Singletrail. Der startet an der Station Seegrube auf 1900 Metern und geht hinunter bis zur Hungerburg auf 860 Metern. Nur knapp eine halbe Stunde mit dem Auto und nicht viel länger mit dem Zug liegt der Bikepark Tirol in Steinach am Brenner – Tirols erstem professionellen Bikepark. Es gibt zwei verschieden schwere Lines mit diversen Obstacles.Ebenfalls eine halbe Stunde von Innsbruck entfernt liegt das Mieminger Plateau mit vielen flowigenTrails. Sehr sonnig und eine „sensationelle Tour“vom Simmering hinab ins Inntal.
  • Unterkommen: Harald empfiehlt den Gasthof Rechenhof. Der Gasthof liegt unterhalb der Nordkette und über dem Inn, „voll in der Natur. Aber das coole ist: Du bist in zehn Minuten mitten in der Stadt.“ Doppelzimmer mit Frühstück: 45 Euro pro Person. www.rechenhof.at
  • Essen: Zum Frühstücken in Stefans Brotmanufaktur. Der perfekte Bike-Tag endet am Ende des Nordketten Singletrail in der Wolke 7 auf der Hungerburg-Bahnstation. Haralds Lieblingsgericht: Speckknödel mit Salat. Ansonsten: Tiroler Stiftkeller oder der Asiate Thai-Li-Ba in der Rathausgalerie.
  • Weggehen: Ziemlich cool: Nach der Tour verschwitzt in Bike-Klamotten durch die Innenstadt rollen und gemütlich den Tag auf einem der Plätze oder am Inn in der Sonne mit einem Dosen-Radler ausklingen lassen. Nobel: 360 Grad mit einem super Blick über Innsbruck. Ein Szenetreff für Biker ist der Innkeller. Ansonsten gibt es für jeden Geschmack Bars und Cafés.