Reise

Freiburg: Das Tor zum Schwarzwald

Großstadtrevier Freiburg
Von Freiburg führen zahlose Touren hinauf in den Schwarzwald

Der Bike-Tag in Freiburg beginnt entspannt im Café Ruef, zwischen Dreisam und dem ersten Trail am Schlossberg. „Die alte Gaststube hat wirklich Charme“, sagt Freiburg-Local Andrea Köngeter. Allerdings könne es schon mal passieren, dass man hier auf ein paar „Party-Opfer“ vom Vorabend trifft. Das Studium brachte die 34-Jährige 2001 nach Freiburg. Mittelrweile arbeitet sie seit 2007 als Bike-Guide und ist bei „beitune“ verantwortlich für Bike-Reisen, Naturerlebnis und Fahrtechnik. Keine Frage, Andrea kennt die Trails wie aus ihrer Westentasche. Weiterer Ausgangspunkt für knackige Schwarzwald-Touren und ein beliebter Biker-Treff ist der Biosk in der Schwarzwaldstraße. Bei einem Cappuccino hat man auch hier die Qual der Wahl. Zuerst nach Nordenoder doch lieber in den Süden? Generell gilt: Aus der Innenstadt braucht man nie länger als zehn Minuten bis zum ersten Trail. Es ist also nicht übertrieben, wenn man das alternativ-grüne Freiburg als DIE deutsche Mountainbike-Hochburg bezeichnet. Radfahren gehört hier entweder zur politischen Überzeugung oder zur Lebenseinstellung. Die wichtigste Frage am Morgen heißt deshalb nie ob, sondern immer wohin man radelt.

Biken mit Schwarzwälder Kirsch
Die erste Möglichkeit: über den Schlossberg hinauf zum Rosskopf. Dort hat man vom Rosskopfturm eine Top-Aussicht auf Feldberg, Schauinsland, Kaiserstuhl und die Vogesen. Der Rosskopf selbst bietet nicht nur diverse Abfahrten, sondern ist auch Ausgangspunkt für längere Touren wie den Kandel-Höhenweg bis nach St. Peter. An-dreas Empfehlung: „Am Strecker Eck unbedingt fünf Minuten Pause machen und sich aufs Bänkle setzen.“ Wer die Tour ausweiten will, fährt nach einer Schwarzwälder Kirschtorte in St. Peter weiter in Richtung Kandel. Rund um den 1241 Meter hohen Kandel nordöstlich von Freiburg finden Biker einige anspruchsvolle Trails. Zu den spektakulärsten Abfahrten zählen jedoch sicherlich der Präsident-Thoma-Weg und der Damenpfad.
Im Süden wartet der Freiburger Hausberg Schauinsland. Entweder man tritt die gut 900 Höhenmeter bis zum Gipfel von Kappel aus über Leopoldstollen und das Rappeneck oder nimmt von Horben aus bequem die Gondel. Egal, welchen Weg man wählt: Oben muss man sich nur noch entscheiden, in welche Richtung man abfahren will. Andreas Tipp: von Freiburg über den Brombeersattel zum Kybfelsen und weiter bis zum Schauinsland. Und dann abfahren über die Rappenecker Hütte und den Studentenweg zurück nach FR-Kappel.


Downhill bis zur Dreisam
Fans von geshapten Trails, Anliegern und North-Shore-Elementen haben ihre wahre Freude an der Boarderline. Auf vier Kilometer und 400 Höhenmeter schlängelt sich der Trail vom Roßkopf hinunter bis zur Jugendherberge an der Dreisam. Wer dann noch Kraft in den Beinen hat, sollte sich noch den kurzen Uphill bis zum Kanonenplatz gönnen. Hier genießt der Freiburger „Abendsonne und einen super Blick über die Stadt“, weiß Andrea – und auch das verdiente Bier im Kastaniengarten. Oder man nimmt nochmal einen der Trails hinab in die Stadt und lässt den Tag im Café Extrablatt ausklingen. „Da kann man die heißen Füße direkt in der Dreisam kühlen“, erklärt sie. Wer sich danach ins Nachtleben stürzen will, hat ebenso viel Auswahl wie am Tag. Das gute an der  Studentenstadt: Auch für Biker bietet sie perfekte Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

 

Freiburg kompakt mit Andrea Köngeter:
Ökologisch-alternative Studentenstadt, mediterranes Klima – und man radelt in der Innenstadt los: Freiburg ist die deutsche Mountainbike-Hochburg, sagt Bike-Guide Andrea Köngeter. Hier ihre Tipps für ein paar lässige Bike-Tage zwischen Rheinebene und Hochschwarzwald:
Mountainbiken: Schnell und unkompliziert aus der Stadt zu erreichen ist der Roßkopf. Hoch geht es über den Schlossberg. Runter gibt es einige Varianten, wie beispielsweise nach Zähringen. Auf Trailsurfer wartet die geshapte „Boarderline“ http://mountainbike-freiburg.com.
Eine sportliche Tagestour geht vom Roßkopf über den Kandel-Höhenweg nach St. Peter und von dort weiter bis auf den 1241 Meter hohen Kandel. Dort geht es über anspruchsvolle Trails hinab nach Waldkirch oder ins Glottertal.
Südlich der Stadt wartet der Schauinsland. Die knapp 900 Meter bis zum Gipfel bewältigt man entweder selbst oder gemütlich mit der Bergbahn. Die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich. Empfehlenswert ist der „Studentenweg“ von der Rappenecker Hütte oder die Trails am Kybfelsen. (Karten: Super Trail Maps Freiburg Nord und Süd)
Unterkommen: Direkt am Trailende: Jugendherberge Freiburg. Einfach und günstig: Black Forest Hostel (Doppelzimmer 25 Euro). Camper finden bei Hirzberg Camping ein Plätzchen.
Essen und Weggehen: Vor der Tour: Frühstück im Café Ruef, am Biosk oder auf dem Münstermarkt. Auf der Tour: Waldlokal St. Valentin, Waldrestaurant St. Ottilien oder St. Barbara mit toller Aussicht über das Dreisamtal. Nach der Tour: Kastaniengarten am Schlossberg oder zurück in die Stadt im Café Extrablatt am Dreisamufer. Leckere latotische Küche in der Rose, Top-Spaghetti in der Brennessel oder die Freiburger Markthalle. Danach ins Nachtleben eintauchen. Zum Beispiel in die Cohi Bar oder ins Isle of Innisfree.

Quelle: 

bikesport / Fotos: Baschi Bender / beitune