Reise

Barcelona: Party und brutaler Meerblick

Biking Barcelona
Mehr als nur Fußball: Barcelona bietet super trails direkt in Stadtnähe.

Man muss kein fanatischer Fußballfan sein. Aber allein der Name Barcelona hat irgendwie die Wörter Ball und Champions Leauge Sieger integriert. Barcelona, Camp Nou, Messi, – naja, vielleicht auch noch der Architekt Antoni Gaudi, Party und Paella. Mountainbiken? „Aber sicher“, sagt Andy Rieger und seine Augen beginnen zu strahlen. „Einfach nur geil“, fügt der Bikeguide aus dem Chiemgau hinzu. Die Trails beginnen direkt an der Stadtgrenze der katalanischen Metropole am Hausberg Tibidabo. Feine Sache: Aus der Stadt führt eine Standseilbahn direkt zum Gipfel, in der die Bikes mitgenommen werden können. Etliche Singletrails können auch mit dem öffentlichen nahverkehr erreicht werden.  

„Es gibt in Bareclona eine kleine Enduo- und Downhill-Szene. Die bauen einiges“, berichtet Andy. So erwarten den Biker neben steinigen Passagen und verwurzelten Trail auch geshapte Anlieger, Drops und North-Shores. Und natürlich auf den meisten Abfahrten einen „brutalen Meerblick“, wie es der gebürtige Franke Andy treffend beschreibt. Eine dieser „brutalen“ Trails wurde kurzerhand auf „Into the Blue“ getauft. Der sei so „geschmeidig und endet direkt am Meer“. Wer härtere Abfahrten bevorzugt, sollte auf jeden Fall nach Sant Andreu de la Barca. In der 30 Kilometer nordwestlich von Barcelona gelegenen Kleinstadt ist Austragungsort der spanischen Downhill-Meisterschaften.

Aus der Wildnis auf die Rambla
Auf die Heimatstadt von Dirtjump-Ikone Andreu Lacondeguy kam Andy durch Zufall. „Ein Freund schrieb mir ne Karte auf der Stand: Du solltest mal kommen!“ Also setzte sich Andy ins Auto und fuhr gen Spanien und erkundete mit seinem Kumpel die das Umland von Barcelona. Sie fanden unzählige Trails in Richtung Meer und durchs Hinterland. Das Wegenetz sei gut, werde aber wenig genutzt – und werden vor allem von Motocrossern freigehalten. Allerdings: „So gut wie nichts ist ausgeschildert, alles ein bisschen wilder wie daheim“, erzählt Andy. Und dennoch ist man aus der katalanischen Wildnis innerhalb kurzer Zeit wieder zurück auf der puslierenden Rambla mit ihren Straßenkünstlern, Cafés und all ihren Touristenfallen. Sein Fahrrad sollte man in der Innenstadt allerdings im Auge behalten – sonst wechselt es in einem unbeaufsichtigten Moment den Besitzer. Entspannter ist es daher, etwas außerhalb der Stadt zu wohnen, wie im südlich gelegenen Stiges und dann mit dem Zug in die Innenstadt zu fahren.

Nach der Tour ist vor der Nacht
Viele Abfahrten enden direkt am oder dank einer kurzen Abkühlung im Meer – oder eben auf einer gemütlichen Terrasse eines Cafés mit einem Sundowner in der Hand. Fest zum Barcelona-Trip gehört für Andy ein Abendessen im La Paradeta. „Schaut zwar aus wie in einer Kantine, dafür gibt es aber super Fisch, sehr günstig uns super lecker.“ Und danach heißt es eintauchen ins Nachtleben der Partymetropole. Flamenco-Bars, Kellerclubs, Konzerte – die Auswahl um die Nacht zum Tag zu machen ist mit Sicherheit noch größer als das Trailangebot. Allerdings, vor Mitternacht kriegt man die Katalanen nicht aus dem Haus - dafür gehen die Nächte gern bis zum Sonnenaufgang am Strand. Am besten man lässt sich einfach durch die Nacht treiben. Und endet dann in einem der vielen inoffiziellen Clubs, wo Wohnzimmer von ihren Bewohnern kurzerhand in Bars mit Livemusik verwandelt werden. Falls der Morgen danach etwas härter ausfällt, hilft wohl nur ein brutaler Trail mit Meerblick.

Barcelona kompakt:
Mit 1,6 Einwohnern ist die Stadt nicht nur die zweitgrößte Stadt Spaniens, sondern auch die Hauptstadt der autonomen Gemeinschaft Katalonien. Neben Fußball dreht sich in Barcelona alles um Kunst , Kultur – und Party. Unbedingt: Durch die Viertel El Raval und Barri Gòtic streifen oder dem Mercat de la Boqueria besuchen. Beste Bike-Saison ist das Frühjahr und der Herbst.

Hinkommen: Flüge von den meisten deutschen Flughäfen. Je nach Saison gibt es Angebote ab ca. 50 Euro (einfach/ohne Bike). Rund um Bareclona mit öffentlichen Verkehrsmitteln (www.tmb.cat). Diese können auch zum Shutteln genutzt werden.
Mountainbiken: Trails am Tibidabo, Allmountain-Touren im Hinterland. Mehrere Bikeparks:  La Poma, Vallnord und Soldeu. Organisiertes Trailcamp rund um Barcelona mit Andy Rieger und Bikeguide Chiemgau, www.bikeguide-chiemgau.de.

Unterkommen: Für Biker am besten in der Nähe des Tibidabo. Man startet morgens entspannter als aus der Stadt, zudem hat man den tollen Ausblick über Barcelona. Auch Downtown gibt es Unterkünfte in jeder Preiskategorie.

Essen und Weggehen: Andys empfiehlt das Fischrestaurant La Paradeta (www.laparadeta.com). Ziemlich einfach, „aber der Fisch ist super frisch und die Preise recht günstig.“ Er empfiehlt zudem das vegane Restaurant Juicy Jones im Viertel Citutat Vella nicht weit von der Rambla. Wer es nach dem Biken noch krachen lassen möchte, hat in Barcelona alle Möglichkeiten die Nacht zum Tag zu machen. „Am coolsten sind die inoffiziellen Clubs, wo irgendwelche Wohnungen zu Bars mit Livemusik umfunktioniert werden.“ So richtig los geht es – typisch Spanien – meist erst nach Mitternacht.