Wettkampf



Transalp Challenge 2006: Die Scheiderbauers mit drittem Sieg

Die Scheiderbauers bei der Transalp 2006
Die Scheiderbauers bei der Transalp 2006

Bei der Transalp von Füssen nach Limone am Gardasee kamen insgesamt 665 Kilometer und 22.500 Höhenmeter auf den Tachzo. Bereits bei der ersten Etappe legten die Scheiderbauers ein enormes Tempo vor und fuhren einen Vorsprung von über 15 Minuten auf die Bronzemedaillen-Gewinnerin von Athen, Sabine Spitz mit Ehemann Ralf Schäuble heraus. Nach der sechsten Etappe war dieser Vorsprung in der Gesamtwertung auf 1,5 Stunden angewachsen. Als Spitz und Schäuble bei der siebten Etappe nicht mehr antraten, rückten die 24-Stunden-Weltmeisterin Fedyna Marg aus Kanada und deren Partner Kobel Phillip aus Tschechien an die zweite Stelle vor. Die Österreicher Manuela Pramstaller und Wolfgang Klocker lagen jetzt auf der dritten Position. Am Ende rauschten die Scheiderbauers mit über zwei Stunden Vorsprung auf die Zweitplatzierten und mit über drei Stunden Vorsprung auf die Drittplatzierten ins Ziel.

Je höher die Berge, desto besser die Scheiderbauers
Anna Baylis-Scheiderbauer und Ehemann Jörg hatten hart daran gearbeitet, sich nach dem schweren Sturz beim Cape Epic in Südafrika im April wieder in Form zu bringen. Kurz vor der Transalp absolvierten sie ein vierwöchiges Höhentraining in Livigno. Danach fühlten sie sich topfit und bestens vorbereitet für die Transalp 2006. Die Dominanz der Ghost-Profis war beeindruckend. Vor allem in den hohen Bergen, wie auf der dritten Etappe von Ischgl nach Scoul über das 2775 Meter hohe Idjoch oder auf der fünften und längsten Etappe von Livigno nach Naturns, über den Passo del Forcolla mit über 2800 Metern Höhe, spielte das Paar seine Stärken aus. Alleine auf den 116 Kilometern über den Passo del Forcolla fuhren Anna und Jörg über 30 Minuten Vorsprung auf ihre Verfolger Spitz und Schäuble heraus!

Vorsicht bei der Abfahrt!
Jörg Scheiderbauer machte bergauf jede Menge Zeit gut. Mit einem speziell entwickelten Bergsteiger-Seil, das zwischen beiden Mountainbikes montiert wurde, verhalf er seiner Frau zu mehr Tempo. So musste er bergab kein Risiko mehr eingehen. Inbesondere was die letzte, äußerst heikle Abfahrt vom 1.800 Meter hohen Tremalzo hinunter nach Limone am Gardassee betraf, hatte sich das Duo entschieden, sehr vorsichtig zu fahren. Und das aus gutem Grund! Beim südafrikanischen Cape Epic im vergangenen April wurde ihnen die letzte Etappe zum Verhängnis. Nachdem sie sämtliche vorangegangenen Abschnitte klar gewonnen hatten, platze der Traum vom Sieg am letzten Tag durch einen dramatischen Sturz.


2007: Alle drei auf einen Streich
Für 2007 haben sie ihr großes Ziel erneut ins Visier genommen: Als erstes Mixed Team der Welt die drei größten und härtesten Mountainbike-Etappenrennen der Welt zu gewinnen – Cape Epic, Transalp und Transrockies.

Die Transalp Challenge-Bilanz der Scheiderbauers

2004 - Mittenwald (GER) – Riva (ITA) / 662 Kilometer, 22.500 Höhenmeter
Die Scheiderbauers gewinnen zum ersten Mal gemeinsam die Transalp Challenge. Es bleibt spannend bis zur sechsten Etappe. Sabine Spitz und Ralf Schäuble machen auf der vierten Etappe von Scoul (SUI) nach Naturns (ITA) mächtig Druck. Am letzten Berg bricht Jörg Scheiderbauer völlig ein. Seine Frau Anna springt mit einer leeren Trinkflasche in einen Bach und gibt Jörg zu trinken, der zu diesem Zeitpunkt komplett dehydriert ist. Dies ist der schwärzeste Tag der Transalp für die Scheiderbauers. Spitz und Schäuble kommen bis auf sechs Sekunden heran. Auf der fünften, sehr kurzen Etappe von Naturns nach Meran drehen die Scheiderbauers den Spieß wieder um und können einen Vorspung von über zehn Minuten auf das Duo Spitz und Schäuble herausfahren. Am Ende gewinnen die Scheiderbauers sechs Etappen und die Transalp 2004 mit über 50 Minuten Vorsprung auf die damalige amtierende Weltmeisterin Sabine Spitz und ihren Partner Ralf Schäuble.


2005 – Mittenwald (GER) – Jeselo (ITA) / 726 Kilometer, 22.337 Höhenmeter
Der zweite Sieg der Scheiderbauers ist hart erkämpft. Die dreifache Weltmeisterin Alison Sydor aus Kanada und ihr Partner Andreas Hestler, ebenfalls aus Kanada zählen zu den großen Favoriten der Transalp 2005. Anna Baylis-Scheiderbauer und Jörg Scheiderbauer entschließen sich erstmals vor dem Rennen ein Höhentraining zu absolvieren. Die beiden Teams schenken sich nichts und gehen Tag für Tag an ihre Leistungsgrenze. Die ersten drei Etappen können die Scheiderbauers für sich entscheiden. Der Vorsprung auf Alison Sydor und Andreas Hestler beträgt allerdings nur neun Minuten.
Auf der vierten Etappe kommt es nach über fünf Stunden Fahrzeit und einer Laufpassage von über einer Stunde zu einem dramatischen Zielsprint, den Sydor und Hestler gegen die Scheiderbauers gewinnen. Der fünfte Tag bringt die Entscheidung: Jörg Scheiderbauer und Anna Baylis-Scheiderbauer wollen keine Schwäche zeigen und attackieren bereits am ersten Berg. Sydor bricht ein und verliert am Ende der Transalp 2005 mit ihrem Partner Hestler über 45 Minuten auf die Scheiderbauers. Hestler hat im Zielort Jeselo für Jörg Scheiderbauer nur einen Satz parat: »You are so f…… strong«! Die Scheiderbauers gewinnen sieben von acht Etappen.


2006 – Füssen (GER) – Limone (ITA) / 665 Kilometer, 22.500 Höhenmeter
Die Scheiderbauers gewinnen so souverän wie nie zuvor die Transalp. Zum dritten Mal in Folge nach 2004 und 2005. Nach dem schweren Sturz im April, bei dem sich Anna Baylis-Scheiderbauer das Schlüsselbein brach, entschließen sich beide erneut ein Höhentraining vor der Transalp zu absolvieren.Bereits bei der ersten Etappe von Füssen (GER) nach Imst (AUT), legen die Scheiderbauers ein enormes Tempo vor und fahren einen Vorsprung von über 15 Minuten auf Sabine Spitz und Ralf Schäuble heraus. Als erstes Mixed Team gewinnt das Ghost-Duo zum dritten Mal hintereinander das härteste Etappenrennen der Welt. Zudem gewinnen sie als einziges Team 2006 alle acht Etappen.