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MTB- und Rennrad-Schuhe: Das ist beim Kauf entscheidend

Donnerstag, 23 März, 2017 (Ganztägig)

Die Fahrradschuhe übernehmen sowohl auf dem Mountainbike- als auch auf dem Rennrad nicht zu unterschätzende Schlüsselfunktion in Sachen Kraftübertragung, Sicherheit und Präzision. Während bei beiden Varianten allgemeine Faktoren beim Kauf beachtet werden sollten, gibt es individuelle Unterschiede. Dieser Ratgeber klärt auf und soll die Entscheidung erleichtern.

  • Die Passform

Die Passform ist bei Fahrradschuhen generell entscheidend. Besonders die Breite kann enormen Einfluss auf den Tragekomfort haben. Während ein zu enger Schuhe sehr ungemütlich werden und regelrecht Schmerzen versuchen kann, bietet ein zu weiter Schuh kaum Halt und das Risiko für einen Sturz steigt, weil die Gefahr besteht seitlich von den Pedalen abzurutschen. Hochwertige Fahrradschuhe, egal ob für Rennradfahrer oder Mountain-Biker werden in verschiedenen Weiten angeboten, sodass sich das Modell perfekt an den individuellen Fuß anpassen lässt.

  • Das Obermaterial

Sowohl auf dem Mountainbike als auch Rennrad ist der Halt im Schuh ausschlaggebend für Sicherheit und Präzision. Das Obermaterial des Fahrradschuhs spielt hierbei eine wichtige Rolle. Es sollte den Fuß zuverlässig umschließen und als wertvolle Stütze dienen. Ist die Grundfestigkeit nicht mehr gegeben, wie es bei abgetragenen Schuhen meist der Fall ist, leidet der Halt und der Fahrer hat nicht mehr die volle Kontrolle. Ob die Entscheidung für Leder oder Synthetik ausfällt, ist im Grunde nebensächlich. Hier hat jeder Fahrer seine Vorliebe. Beim Anprobieren muss der Schuh größtmögliche Sicherheit und Kontrolle vermitteln. Die Fersenkappe ist dabei besonders kritisch zu begutachten. Sie stützt den Hinterfuß und übernimmt eine zentrale Aufgabe beim Biken.

  • Der Verschluss: Von BOA bis Ratschen

Es gibt zahlreiche Lösungen zum Verschließen von Fahrradschuhen. Die gängigsten vier Lösungen sind:

  1. Klettverschluss
  2. Ratschenmechanismus
  3. BOA-System
  4. Schnürung

Welcher Verschlussmechanismus ideal ist, hängt vom Fuß ab, der bei jedem Fahrer anders ist. Sportler mit hohem Spann kommen mit dem Ratschenverschluss oft nicht gut aus. Der Druck auf den Vorderfuß durch die Gurte ist häufig zu groß und lenkt vom Fahren ab. Schmerzende Füße wären das Ergebnis. Manche schwören alternativ auf den Klassiker Klettverschluss, andere greifen lieber zum modernen BOA-Drehverschluss. Erstmals zum Einsatz kam das BOA-System bei Snowboard-Schuhen, später eroberte es auch die Fahrradschuh-Branche. Der größte Vorteil dieser Lösung besteht in den exakten Einstellungsmöglichkeiten. Dank Drehverschluss, Seilführung und Stahlseil lässt sich die Schnürung des Schuhs millimetergenau justieren. Die Reibung ist minimal und der Druck wird gleichmäßig verteilt. Nachteil an BOA: Reißt der Draht, muss das Verschlusssystem teilweise aufwändig repariert und die defekten Teile vollständig ersetzt werden. Für Anfänger nicht die leichteste Übung. 

Im Onlineshop des Fahrrad-Fachhändlers Brügelmann wurden MTB-Schuhe mit allen hier genannten Verschlussvarianten von verschiedensten Marken arrangiert. Darunter Schuhe von Giro, Shimano und Cube. Gleichzeitig werden Rennradschuhe in einer separaten Kategorie präsentiert, ebenfalls mit individueller Verschlusstechnologie.

  • Einlagen

Mit Hilfe von individuell angefertigten Einlagen lassen sich Fahrradschuhe optimal anpassen und die Passgenauigkeit verbessern. Die zentrale Aufgabe einer Einlage besteht darin, das Fußgewölbe zu entlasten und optimal zu stützen. Wird eine gute Einlage integriert, hat das nicht nur positiven Einfluss auf den Tragekomfort, sondern auch auf die Kraftübertragung. Im Idealfall gleicht die Einlage vom Experten gleichzeitig Fehlstellungen der Füße aus.

  • Wasserdichtigkeit

Wird häufiger im Regen gefahren, sind wasserdichte Fahrradschuhe vorteilhaft. Sie verhindern meist mit einer Gore-Tex® Ausrüstung, dass Wasser in den Schuh eindringt. Somit profitiert der Träger auch bei Nässe von maximalem Halt, Sicherheit und trockenen Füßen.

 

Tipps für Mountainbikes

Mountainbike-Schuhe unterscheiden sich in ihrer Form teilweise markant von Rennradschuhen. Während Rennradschuhe in erster Linie schnittig wirken, zeichnen sich MTB-Varianten vordergründig durch ein grobstolliges Profil aus. Auch der Schaft ist oft deutlich höher als bei Racing-Schuhen, da es auf dem MTB im Gelände wesentlich dynamischer und grober zugeht, als auf dem Asphalt. Im Bereich Alpencross sind ein hoher Schaft, grobstolliges Profil sowie eine harte Gummisohle empfehlenswert. Diese Schuhe bieten auch bei Passagen, währenddessen der Fahrer zu Fuß gehen und sein Bike tragen muss, guten Halt. Sind stattdessen Schuhe für Wettkämpfe erforderlich, greifen die Profis gerne zu Alternativen mit Carbonsohle. Diese Ausführungen optimieren die Kraftübertragung und sind besonders leicht.

Welchen Strapazen MTB-Schuhe in Aktion standhalten müssen, verdeutlichen unsere Video-Tutorials.

 

Tipps für Rennräder

Beim Rennradfahren ist Beschleunigung elementar. Um die Kraft aus den Beinen möglichst effizient auf die Straße zu übertragen, empfehlen sich Rennradschuhe mit Wölbung. Sie gewährleisten, dass die Ferse leicht höher platziert ist, als der Vorderfuß, was zur Folge hat, dass die Kraftübertragung optimiert wird. Ähnlich wie bei einem Sprinter, der am Start durch den Startblock bei seiner Beschleunigung unterstützt wird, fördern derartig geformte Rennradschuhe die Kraftübertragung auf dem Bike. Wie beim Mountainbike, kann auch auf dem Rennrad eine Carbonsohle mit entsprechender Steifigkeit die Leistung erhöhen. Doch nicht für jeden ist dieses Material geeignet beziehungsweise die Steifigkeit muss stimmen. Zwar heißt es in vielen Ratgebern, dass die härtere Sohle stets die Bessere ist, doch das lässt sich nicht pauschalisieren. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten kann eine flexiblere Sohle Entlastung bringen, eine harte Carbonsohle dagegen Schmerzen hervorrufen.

Für alle, die über Carbon und dessen aufwändigen Herstellungsprozess mehr erfahren wollen, wurde hier ein Artikel eines Motorradmagazins mit Fakten über das leistungsstarke Material verlinkt.

Quelle: 

Fotos von www.pixabay.com