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Mountainbike-Rennen sind für Zuschauer besonders sehenswert

Freitag, 12 Mai, 2017 (Ganztägig)
Abfahrt im Gelände

Die spektakulärsten Mountainbike-Rennen weltweit

Das Mountainbiking ist zumindest auf Wettkampfebene in Deutschland kein allzu bekannter Sport, aber es gibt gerade auf internationaler Ebene quasi kein Wochenende, an dem nicht irgendwo ein MTB-Rennen stattfindet. Diese unterscheiden sich dabei nicht nur in der Anzahl der Teilnehmer, sondern auch in Bezug auf ihre Ausrichtung. Die spektakulärsten Events sind dabei vor allem diejenigen, die dem Downhill-Bereich entstammen.

Abfahrt im Gelände
Beim Mountainbiking steht Spaß an der Sache an vorderster Stelle, doch manche wollen mehr.
(Bildquelle: inigocia – 234753322 / Shutterstock.com)

Bei Mountainbike-Rennen gibt es zahlreiche gefährliche Unterdisziplinen

Viele Menschen, die sich mit dem Mountainbiking nicht so recht auskennen, können sich gar nicht vorstellen, wie ein MTB-Rennen abläuft. Zunächst einmal muss man wissen, dass es noch verschiedene Unterdisziplinen gibt, die sich gravierend voneinander unterscheiden, aber zum Beispiel auf focus.de gut erklärt werden:

Disziplin

Erklärung

Anforderungen

Marathon

Rennen auf lange Distanz

Kondition

CC (Cross-Country)

Fahrt mehrerer Runden

Fahren am Limit

Downhill

Rennen bergab

Mut und Erfahrung

Enduro

Bergab und bergauf

Allround-Fähigkeiten

Während ein Marathon, genau wie bei der Variante ohne Rad, vor allem auf eine lange Distanz ausgelegt ist, ist genau das Gegenteil beim CC-Rennen der Fall. Hier geht es meistens über mehrere Runden einen vorab abgesteckten Kurs entlang, wobei das Durchschnittstempo auch wesentlich höher ausfällt, als dies beim Marathon der Fall ist. Außerdem können die Sportler bei diversen Marathon-Veranstaltungen mitunter unterschiedliche Gesamtdistanzen auswählen, die am ehesten dem persönlichen Leistungsvermögen entsprechen.

Wesentlich spektakulärer als beim Marathon oder CC geht es dagegen schon beim Downhill zu. Während die hierfür benötigten Mountainbikes ganz andere Eigenschaften aufweisen müssen, als in den ersten beiden Bereichen, hält die Downhill-Strecke auch erheblich mehr gefährliche Elemente für die Sportler bereit. Beim Downhill starten die Athleten aus einem Starthäuschen und müssen dann die steile Strecke möglichst schnell absolvieren, ehe sie unten im Ziel ankommen.

Enduro ist hingegen eine Mischform, die Elemente des Tourenfahrens mit dem Downhill kombiniert und daher sowohl höchste Anforderungen an die Kondition der Sportler als auch an den persönlichen Mut stellt.

Weltmeisterschaften in Australien sind für jeden Sportler oberstes Ziel

Sprung bei der Abfahrt
Downhill ist auch beim Radsport die Königsdisziplin, die die meiste Gefahr mit sich bringt.
(Bildquelle: Gines Romero – 97051067 / Shutterstock.com)

Zu den spektakulärsten Events zählen nicht nur im Jahr 2017 die Weltmeisterschaften in Australien. Sie werden, wie auch schon im letzten Jahr, in Cairns stattfinden und sowohl eine XCO- respektive CC-Veranstaltung bereithalten, als auch ein DH-Event. Vom 5.-10. September wird sich deshalb die Weltelite vor Ort versammeln und versuchen, einen der begehrten Titel zu gewinnen. Wie es von Weltmeisterschaften prinzipiell schon nicht anders zu erwarten ist, sind beide Strecken für gewöhnlich nicht nur technisch extrem anspruchsvoll, sondern verlangen hinsichtlich der Kondition alles ab. Menschen, die sich zwar für Sport begeistern können, aber noch nie bei einem derartigen Event waren, gehen beim Downhill davon aus, dass das Ganze gar nicht so anstrengend ist. In Wahrheit ist aber gemäß spiegel.de genau das Gegenteil der Fall:

  • Beschleunigung beim Downhill ist kräftezehrend
  • Hohe Geschwindigkeiten erfordern extreme Konzentration
  • Sprünge und Schläge beanspruchen viele Muskeln gleichzeitig
  • Auf dem Bike muss permanent gearbeitet werden

Vor allem am Start müssen die Athleten beim Downhill unter Beweis stellen, dass sie in Bezug auf die Entfaltung von Schnellkraft topfit sind. Es gilt, das Bike schnell auf maximale Geschwindigkeit zu beschleunigen und bis zum Erreichen des Ziels möglichst wenige Fahrfehler zu machen, die wertvolle Zeit kosten. Das XCO-Event wiederum ist noch konditionslastiger, wenngleich der Top-Speed, der beim Downhill 70 km/h und mehr beträgt, nicht erreicht wird.

Megavalanche kombiniert Elemente des Downhills mit einem Marathon

Strecke ist gefährlich
Wer beim Megavalanche gewinnen will, muss sein Rad auf Schnee perfekt kontrollieren.
(Bildquelle: Marcel Jancovic – 94996684 / Shutterstock.com)

Ein sehr spezielles MTB-Event, das sich nichtsdestotrotz einer sehr großen Anhängerschaft erfreut, ist der sogenannte Megavalanche. Er findet jährlich in den französischen Alpen statt und wird offiziell als Downhill-Marathon klassifiziert. Das Besondere beim Megavalanche ist der Massenstart, der im Schnee stattfindet. Hat man sich für das große Finale erfolgreich qualifiziert, trennt sich auf diese Art und Weise direkt am Start die Spreu vom Weizen.

Tückisch ist das bereits erwähnte Schneefeld, welches den Bikern regelmäßig zu schaffen macht. Deshalb kommt es hier häufig zu stürzen, die jedoch in der Regel aufgrund des weichen Untergrundes eher glimpflich ablaufen. Was den Megavalanche als eines der härtesten Rennen überhaupt klassifiziert, ist seine Kombination aus der Länge von bis zu 30 Kilometern und der enormen Hitze, die während des Sommers in den Alpen herrschen kann. Präpariert man sein Bike für die Teilnahme an dem Event, so entstehen regelmäßig diverse Probleme:

  1. Es geht nicht nur bergab
  2. Schnee ist rutschig, der Rest der Strecke aber nicht
  3. Bike muss auch tourentauglich sein

Während klassische Downhill-Bikes wirklich nur für die eine Disziplin optimiert werden können, würde man mit einem derartigen Bike beim Megavalanche kein Land sehen. Downhill-Bikes eignen sich nämlich ausschließlich zum schnellen Fahren bergab und versagen auf einer Tour bzw. einem Marathon kläglich. Außerdem ist auch die korrekte Wahl der Reifen sehr schwierig.

Cape Epic in Südafrika ist die Tour de France des Mountainbike-Bereichs

Mountainbiking als Wettkampfsport
Spektakuläre Mountainbike-Rennen ziehen auf der ganzen Welt zahlreiche Zuschauer an.
(Infografikquelle: sportwettentest.net)

Das Problem der Hitze ist aber nicht nur beim Alpen-Event präsent, sondern vor allem auch bei der bekannten Cape Epic, die in Südafrika stattfindet. Sie wird zu Recht auch als „Tour de France der Mountainbiker“ bezeichnet, was schon Aufschluss über ihre Schwierigkeit gibt. Die Cape Epic ist, genauso wie die Tour de France auch, ein mehrtägiges Etappen-Rennen, wobei die Biker ganze acht Tage lang durch die Landschaften von Südafrika fahren müssen. Dabei werden rund 800 Kilometer und 15.000 Höhenmeter zurückgelegt. Weil für viele normale Radsportler schon 1000 Höhenmeter eine kleine Herausforderung darstellen, locken die erwähnten Daten nur die absoluten Cracks der Szene an. Besonders bei der Cape Epic sind die Rahmenbedingungen:

  • Freilebende Tiere können in die Quere kommen
  • Dudelsack-Bläser stimmen jeden neuen Tag an
  • Die Reisekosten sind nicht gerade billig

Wer bei der Cape Epic teilnehmen will, sollte nicht nur zu den fittesten nationalen Bikern gehören, sondern auch die Kosten pro Fahrer von knapp 3000 Euro schultern können. Wer hierzu bereit ist, wird nicht nur mit der atemberaubenden Schönheit der Natur vor Ort belohnt, sondern auch mit jede Menge Schweiß und Tränen.

Quelle: 

Redaktion bikesport / Bildquellen: Gines Romero – 97051067 / Shutterstock.com Marcel Jancovic – 94996684 / Shutterstock.com inigocia – 234753322 / Shutterstock.com