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Interviewt: Ines Thoma

Wer ist denn die? - Ines Thoma

Ines Thoma mischt bei der Enduro World Series ganz vorne mit. Zwei Wochen vor dem Rennen in La Thuile in Italien war die Oberallgäuerin beim Women‘s Bike camp in Saalbach Hinterglemm als Guide mit dabei. bikesport Redakteurin Isabell Ridder hat Ines zum Frühstück getroffen.


Ines Thoma beim EWS Rennen in Argentinien. Foto: Matt Wragg.

Ines, auf deinem Tablett hast du ein Spiegelei, Joghurt, Früchte und Müsli, kein Brot. Isst du gezielt nur bestimmte Lebensmittel?
Ich esse kein Gluten, trinke keine Milch und selten Alkohol. Ich fühle mich dann einfach besser und hab weniger Probleme mit Migräne und anderen Krankheiten. Ich halte auch nichts davon, alles in mich reinzuschaufeln. (lacht)

Nimmst du Nahrungsergänzungsmittel?
Ich nehme Magnesium und Recovery Shakes nach harten Trainingseinheiten und Wettkämpfen. Dann noch Aminosäuren, Salze, Elektrolyte und Vitamin B. Ich muss mir wegen Schilddrüsenproblemen alle paar Wochen Blut abnehmen lassen. Der Arzt schaut dabei gezielt, ob ich einen Mangel habe.

Bist du auch eben erst aufgestanden oder hast du vor dem Frühstück schon was gemacht?
Nein! Ich habe Ruhewoche. Und da versuche ich so viel wie möglich zu schlafen, was beim Women’s Camp aber nicht so optimal funktioniert (lacht). Der Tagesablauf ist auch für mich: Aufstehen, Frühstücken, mit den Frauen fahren und das war’s! Danach dehne ich mich nur noch eine halbe Stunde. Daheim geh ich in der Ruhephase auch zweimal in der Woche ins Yoga.


Ines beim dritten EWS-Rennen 2016 in Irland. Foto: Matt Wragg.


Warten auf das Startzeichen. Foto: Matt Wragg.


Ines freut sich mit der Siegerin Tracey Mosley. Foto: Matt Wragg.

Du hast dieses Jahr schon die Rennen in Riva und Madeira gewonnen, warst in Chile und Argentinien jeweils Vierte. Was willst du 2016 noch erreichen?
Ich bin momentan Dritte in der EWS-Gesamtwertung. Das ist ziemlich cool und den Rang würde ich gern halten und vielleicht sogar ein Einzelpodium schaffen, das wäre natürlich ein Traum!

Bei der Trans Provence wurdest du wegen eines Platten kurz vor dem Ziel Zweite. Wie hast du dich in der Situation gefühlt?
Das war schon gemein! Ich habe fünf Tage lang jeden Tag geführt. Bin die drei Stages am letzten Tag auch noch gut gefahren, obwohl ich den Druck hatte, nicht mehr zu viel zu riskieren, aber auch nicht zu wenig. Das ist am letzten Tag gar nicht so einfach. Und in der allerletzten Stage hatte ich dann einen Plattfuß wegen Scherben ...

Anita Gehrig hat gewonnen, wie war es neben ihr auf dem Treppchen zu stehen?
Es ist schon okay. Wir verstehen uns super und ihr hat es total leid getan! Sie ist ins Ziel gekommen und hat gesagt: „Oh, so will ich eigentlich nicht gewinnen!“ Natürlich gönne ich es ihr nicht, ist ja klar (lacht). Ich hätte natürlich lieber selber gewonnen, aber ich mag sie sehr gern. Sie ist saugut gefahren, wir waren die ganze Woche sehr eng beieinander, sonst hätte sie ja auch nicht gewonnen. Sie hat es auf jeden Fall verdient!

Wirst du es 2017 wieder versuchen?
Es gibt so lustige Holztrophäen, die anderen sagen, nächstes Jahr sollte ich Dritte werden, dann hab ich die ganze Palette. Aber ich will eigentlich gewinnen. Die Trans Provence ist so eine Ehrensache. Für den Weltcup ist sie nicht wichtig, aber sie ist trotzdem eines der prestigeträchtigsten Rennen, weil sie sehr hart ist. Sie ist wirklich hart! Die Gesamtrennzeit über die ganze Woche sind dreieinhalb Stunden! Da haben mir nach diversen Defekten und Stürzen dieses Mal dann nur zwölf Sekunden zum Sieg gefehlt!

Welches Rennen fährst du am liebsten?
Die Trans Provence! Das Rennen ist echt ein Abenteuer! Und dazu kommt die tolle Landschaft mit den verlassenen Tälern. Das Rennen wird blind gefahren, das ist total aufregend, man weiß nie, was kommt. Da muss man sehr konstant fahren, also nicht 120 Prozent und überm Limit, sondern nur 80 Prozent, die aber konstant. Die Gemeinschaft unter den Fahrern ist auch sehr cool. Es sind nur 70 und mit denen zeltet man sieben Tage lang. Da lernt man total viele interessante Leute kennen. Es sind auch circa 50 Amateure und nur etwa 20 Profis dabei, eine sehr spannende Mischung.


Ines erstes EWS-Podium in Finale Ligure 2015. Foto: Matt Wragg.


Am Rockdrop in Rotorua in Neuseeland 2015. Foto: Matt Wragg.


Road Trip nach dem Rennen. Foto: Max Schumann.

Wie alt warst du, als du dein erstes MountainbikeRennen gefahren bist?
Vier. Ich bin damals vom Skiverein aus Zwergenrennen mitgefahren. Der Trainer hat zu meinen Eltern gesagt, es wäre gut, wenn die Kinder im Sommer auch was  machen, damit sie fit werden. Und dann bin ich den Allgäu MTB Kids Cup mitgefahren, einen Wiesenrundkurs, wo alle Kinder ganz hektisch im Kreis fahren.

Erst Cross-Country-Fahrerin, dann Grundschullehramtsstudentin, seit zwei Jahren Profisportlerin. Wie schaust du in die Zukunft?
Mein Vertrag geht bis Ende 2017. Was danach kommt? Keine Ahnung. Vielleicht kommt nochmal ein Zwei- bis Dreijahresvertrag. Es muss aber viel zusammenspielen: Man muss es selber wollen, der Körper muss mitspielen und die Sponsoren. Ich denke, solange ich mich noch steigern kann, und solange ich es noch so gut und spannend finde wie jetzt, solange werde ich es weitermachen.

Wo musst du dich noch verbessern?
Ich muss an meiner Downhill-Technik arbeiten. Meinen Cross-Country-Background sieht man am Fahrstil. Große Sprünge und krasse, schnelle Strecken, bei denen ich den Kopf ausschalten und es so richtig laufen lassen muss, da habe ich noch Probleme.

Und worin bist du richtig gut?
Ich kann mich gut auf Rennen fokussieren und bin dann beim Fahren auch sehr gelassen. Glaub ich. Aber ich bin natürlich auch ziemlich aufgeregt (lacht)! Aber manche drehen ja komplett ab. Ein Teamkollege hat mal bei einem EWS-Rennen zu mir gesagt: „Es ist nur ein Fahrradrennen“. Manchmal legt man da jaecht alles rein. Wie bei der Trans Provence. Aber da sag ich jetzt auch: Es ist ja nur ein Fahrradrennen!

Enduro gilt immer als sehr locker.
Der Vorteil beim Enduro ist, dass du keinen Massenstart hast und nicht Mann gegen Mann fährt. Das macht es für den Kopf einfacher, find ich. Im Cross Country hast du einen Mann-gegen-Mann-Fight. Wenn du gewinnen willst und jemand ist vor dir, dann kannst den in dem Moment nicht leiden. Und im Nachhinein gibt es Diskussionen wie: „Oh, du bist da unfair gefahren und da hast du jemanden abgedrängt.“ Das führt immer zu Konflikten. Das hast du im Enduro nicht. Du fährst im Transfer hoch, hilfst dir gegenseitig und dann fährst du gegen die Uhr und weißt bis zum Ende vom Tag nicht, wie gut du gefahren bist. Du hast gar keinen Grund, gegen irgendjemanden einen Groll zu hegen. Ich bin da, Gott sei Dank, gar nicht so verspannt und find immer, dass es die anderen genauso verdient haben.

Was hat sich an den EWS-Strecken verändert?
Sie sind kürzer und technischer geworden. Am Anfang waren sie mehr an die Langstrecken-Downhillrennen a la Megavalanche angelehnt und man hat viel mehr Lifte genutzt. Jetzt müssen wir sehr viel selbst hochradeln. Ich mag lange Stages. Aber so ist es zuschauerfreundlicher, das finde ich auch gut. Denn du brauchst ja Zuschauer.

Im Enduro fahren auch Amateure mit den Profis.
Es gibt viel mehr reine Fun- und Amateur- als Profisportler. Dass bei der Weltserie Amateure und Profis gegeneinander auf den gleichen Strecken fahren, lockert die Atmosphäre. Ich find das cool. Im Cross Country-Weltcup gibt es das nicht. Trotzdem ist es ein Leistungssport. Es gibt viele Profis, es steckt Geld dahinter und dann ist eben nicht alles Fun.

Was geht dir vorm Start als letztes durch den Kopf?
Wir reihen uns immer hintereinander auf und du weißt genau, wann du los musst. Wenn ich noch fünf Minuten Zeit habe und schon alles startklar ist, denke ich noch viel über die Strecke nach. Gehe Schlüsselstellen durch, Linien die ich mir merken will: „Ah, da war der und der Sprung, den muss ich so und so anfahren“. Wenn es nur noch zwei, drei Minuten sind, schau ich nach den essentiellen Dingen wie Goggle aufsetzen und schauen, dass alles gerichtet ist: Sind die Schuhschnallen zu, ist der Dämpfer offen, der richtige Gang drin? Wenn man so viele Stages pro Tag hat, vergisst man schon mal was. Wenn man einen schlechten Gang drin hat, verliert man sofort eine Sekunde. Ganz knapp vorm Start fokussiere ich mich, bringe den Puls ein bisschen runter. Und motiviere mich nochmal für das, was kommt.

Was sagst du dir in so einer Situation?
Ich bin ein sehr visueller Mensch. Ich denke an Erlebnisse und Bilder, die mich motivieren: ein geiles Rennen oder irgendwas, dass an dem Tag schon passiert ist. Ein gutes Ergebnis oder ein Podium. Einfach, damit mir nochmal kurz klar wird, warum ich das mache, und warum es das wert ist, die nächsten zehn Minuten ein bisschen zu leiden.

Was ist die Hauptschwierigkeit beim Enduro Rennen?
Das „on-off“. Du bist den ganzen Tag unterwegs. Bei der Trans Provence sind es acht, neun Stunden pro Tag. In der Zeit musst du ganz locker fahren, dich entspannen, aber auch von 0 auf 100 in den Rennmodus wechseln. Mir hilft dabei meine Rennerfahrung. Das muss man aber irgendwie trainieren. Viele, die zum ersten Mal Rennen fahren, finden das auch sehr schwierig.


Ines bei ihrem nach eigener Aussage bisher „staubigsten“ EWS-Rennen Anfang April 2016 in Bariloche in Argentinien. Foto: Matt Wragg.

Wie risikobereit bist du?
Zu wenig, leider. Ich weiß es nicht so genau. Ich bin vom Typ her auf jeden Fall ein Enduro- und kein Downhill-Fahrer. Die Downhiller fahren immer am Limit. Enduro fährt man konstanter. Das hat mich die vergangenen Jahre auch immer ausgezeichnet. Ich bin von allen 26 EWS-Rennen, die es bisher gab, jedes einzelne gestartet! Ich glaub, es gibt nur drei oder vier Fahrer, die das noch geschafft haben. Andere werden mal krank oder sind verletzt. Es ist auch Glück, aber ich fahr eben nie komplett überm Limit. Das ist natürlich auch manchmal mein Problem und deshalb so ein zweischneidiges Schwert. Manchmal denke ich, ich müsste auch im Training mehr Risiko eingehen, um mal diesen Renn-Speed in meinen Kopf zu bekommen Du kannst im Rennen nicht immer am Limit fahren, das kostet zu viel Energie. Dein Kopf und deine Augen müssen sich auch an die Geschwindigkeit gewöhnen, damit sie zu deinem Komfortbereich wird. Um diese Komfortzone langsam zu verschieben, muss man ab und zu mal schneller fahren. Aber dabei verletzen sich viele. Das ist immer so eine Abwägung.

Wenn du bei Bike Camps junge talentierte Fahrerinnen siehst, hattest du da schon mal das Gefühl, dass da jetzt Konkurrenz für dich kommt?
Das Wort Konkurrenz ist mir zu negativ. Das würde ja heißen, dass es mich stört. Ich freu mich total, wenn jemand dabei ist, wo ich Potenzial sehe. Das Problem bei den Camps ist, dass da oft nie richtig Junge mitmachen. Die können sich das meistens nicht leisten. Aber ein, zwei Fahrer pro Camp sind schon dabei, die sagen, sie wollen Rennen fahren. Das macht mir dann am meisten Spaß. Denen kann ich dann zeigen, wie man schnell fährt. Die meisten wollen ja sicher und schön fahren. Mit den andern kann ich dann Linien anschauen. Das ist voll mein Ding!

Welche Tipps hast du für Bikerinnen?
Jungs spielen schon von Anfang an mit dem Bike. Diese spielerischen Grundfähigkeiten braucht man auch als Frau. Cross Country hat mir eine Grundfitness gegeben, das hat viel gebracht. Aber das Spielerische hole ich jetzt nach. Dafür setze ich mich auch mal rückwärts aufs Bike!

Mit wem trainierst du?
Mit Max (Schumann) trainiere ich sehr viel, mit Freunden oder meinem Team. Auch allein kann ich sehr gut trainieren! Die Rennstrecken schaue ich auch mit anderen Fahrerinnen zusammen an. Wir geben uns gegenseitig Tipps. Das würden nicht alle machen. Deine brutalste Hammersuperlinie würdest du deinen engsten Konkurrenten natürlich nicht erzählen.

Und wo trainierst du am liebsten?
Im Vinschgau sind super Strecken und ich fühl mich dort immer wie im Urlaub. Die Panoramarunde hoch nach Sankt Martin, über den Höhenweg nach Schlanders runter mach ich am liebsten. Aber ich bin so viel unterwegs. Zum Training bleib ich daher auch oft gern mal daheim. 2015 war ich allein 160 Tage im Ausland! Und dann bin ich natürlich auch noch in Deutschland unterwegs.

Was motiviert dich?
Ich bin ein Wettkampftyp! Ich gewinne gern, ich messe mich gern. Ich bin sehr ehrgeizig, das motiviert mich auch, ich bin selten zufrieden. Wenn mich jemand fragt: „Wie läufts?“, dann sag ich eigentlich nie: voll geil. Ich will immer noch besser sein. Ich war bei den Auftaktrennen jetzt zweimal Vierte. Klar, das ist schon gut, aber ich will eigentlich aufs Podium (lacht). Für mich ist es auf jeden Fall eine Ehre, was ich da machen kann. Es macht so Spaß. Ich lerne viele interessante Orte kennen. Ich reise gern, muss man wohl auch. Ich kann das jedem empfehlen (lacht).


Als Kind war Ines im Skiverein. Die Lust auf Wintersport ist der Allgäuerin nicht vergangen, ihr halber Keller steht vollerm Skier. Foto: Max Schumann.

Gestern wollte jemand an der Strecke ein Foto mit dir, kommt das oft vor?
(Lacht während sie antwortet) Ja schon manchmal. Ich finds voll witzig. Ich denk dann immer: Echt? Mit mir? Oder steht noch jemand hinter mir?

Wen würdest du gerne kennenlernen?
Einen Hochleistungssportler wie den Federer, einen geilen Skifahrer oder einen Fußballer. Auf denen lastet so ein Druck beim Elfmeterschießen. Die haben Millionen von Fans, von denen viele ihr Lebensglück davon abhängig machen, wie sie spielen. Wie die Spieler damit umgehen, würde ich gern wissen.

Wie schaltest du vom Bikesport ab?
Meine Freundinnen im Allgäu kenne ich noch aus Schulzeiten, die treffe ich sehr regelmäßig und die haben nichts mit der Szene zu tun. Das holt mich auf den Boden zurück. Es gibt noch andere Sachen und Themen! Und zwei von denen haben kein Facebook, das finde ich sehr angenehm. Oft komm ich ja irgendwo hin und alle wissen schon, was ich gemacht hab. Aber ich würde das ja gern auch mal erzählen!

Wie sieht dein Profialltag aus?
Du brauchst viel Selbstdisziplin, weil dir niemand eine Struktur vorgibt. Ich schlafe schon meistens von 22 bis acht Uhr. Je mehr ich trainiere, umso mehr schlafe ich. Dann frühstücke ich und trainiere. Inzwischen muss ich auch viel Computerkram machen. E-Mails schreiben, Flüge buchen, Sachen bestellen, Reisen organisieren. Alles, was so dazu gehört. Ich habe nur bei den Weltserienrennen einen Teammechaniker. Zuhause muss ich alles selbst machen. Im Frühjahr war ich in Finale Ligure im Trainingslager. Mit dem Team testen wir beispielsweise auch Reifen oder machen zusammen Fotos.

Wie viele Bikes hast du?
Ich habe ein Trainingsrad und ein Racebike. Das habe ich nach der Trans Provence meinem Mechaniker bei Canyon geschickt. Der richtet das komplett wieder her, danach ist es wie neu. Dann bringt er es mir zum nächsten Weltcup-Rennen wieder mit. Ich hab auch ein Fatbike. Das ist sehr geil! Im Winter geh ich oft mit meiner Dalmatinerhündin Heidi damit los! Dann hab ich noch ein Rennrad, ein Dirtrad, ein Hardtail, ein Marathon-Fully — Oh Gott, so viele! (lacht). Wir haben eine riesige Garage und ziemlich viele Spielzeuge. Auch viele Skier. Ich bin sehr wintersportfanatisch und habe den halben Keller voll Skier.

Was machst du sonst noch als Ausgleich?
Ich geh joggen, mache Bergtouren, während der Saison gehe ich auch mal in den Kraftraum oder auf den Berg. Alle zwei, drei Wochen gehe ich zum Osteopathen. Im Winter mache ich viele Skitouren. In den Ruhephasen verbinde ich Koordinationsübungen mit den Kraftübungen. Dann jongliere ich beispielsweise und schließe dabei ein Auge.

Hast du nicht auch mal gar keine Lust, überhaupt irgendwas zu machen?
Ich finde immer was, auf das ich Bock habe! Wenn ich keine Lust auf Intervalltraining habe, dann verschiebe ich das einfach und gehe mit meinem Hund laufen. Hauptsache ich bin draußen.

Was macht dich glücklich?
Draußen in der Natur sein, nicht in Städten unter zu vielen Menschen, wo Verkehr und Lärm ist. Da bin ich recht empfindlich.

Wer ist dein Vorbild?
Ann-Caro Chausson! Ich finde es faszinierend, wie man über so viele Jahre hinweg die Beste sein kann. Mit Abstand! Sie ist schon 40 Jahre alt und hat so viel erreicht. Trotzdem ist sie bescheiden, nicht überheblich, hat keine Starallüren. Sie fährt jetzt ja auch Enduro. Ich finde es schön, wenn jemand normal bleibt. Ich meine, wir sind nur Radfahrer. Nur weil man ein guter Radfahrer ist, ist man kein besserer Mensch. Das vergessen manche. Eigentlich ist auch die Antje mein Vorbild. Die Frau Kramer (lacht). Sie hat spät angefangen und sich hochgearbeitet. Sie war immer Vollzeit berufstätig und hat es nebenbei geschafft, achtmal deutsche Downhill Meisterin zu werden! Sie hat so eine ansteckende Freude am Radeln, das find ich supergeil.


Beim dritten EWSRennen im Mai 2016 in Wicklow in Irland landete Ines auf dem sechsten Platz. Foto: Matt Wragg.
 

Ines Thoma persönlich

Die 27-jährige Ines Thoma lebt gemeinsam mit ihrem Freund, dem Enduro-Fahrer Max Schumann, in ihrem Heimatort Wildpoldsried im Oberallgäu. Mehr als zehn Jahre lang bestritt sie Cross Country Rennen mit Europa- und Weltmeisterschafts- Einsätzen, bis sie sich 2009 verletzte und ihr großer Traum von den Olympischen Spielen platzte. Nachdem sie ihr Studium des Grundschullehramts abgeschlossen hatte, überredeten sie Freunde dazu, ein Enduro-Rennen mitzufahren. Ines war schnell erfolgreich, fährt inzwischen seit sieben Jahren für Canyon und seit vier Jahren im Canyon Factory Enduro Team. 2014 gewann sie die Trans Provence und wurde deutscher Enduro Champion. Die EWSSaisons 2014 und 2015 beendete Ines jeweils auf Platz 5.

Quelle: 

TEXT: ISABELL RIDDER

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