Menschen

Nur die Liebe zählt - Zu Besuch bei Andrew Shandro

Leidenschaftsie ist Triebkraft und roter Faden im Leben von Andrew Shandro. Im Fall des 42-jährigen Kanadiers aus Vancouver, British Columbia, bedeutet das eine tiefe Leidenschaft für‘s Mountainbiken und alles, was damit zu tun hat. Es ist eine früh entdeckte Passion, die mit sieben Lebensjahren auf einem BMX beginnt. „Das hat meine Welt verändert!“, sagt er.

Erfolgreich im Downhill
Der junge Shandro hat Spaß auf dem BMX – und ist schnell. 1986 lenkt der 15-Jährige sein erstes Mountainbike, da ist die Sportart noch sehr jung. Der Junge hat Blut geleckt, bestreitet im selben Jahr sein erstes Rennen. Steil geht es bergauf: Ab 1990 fährt er den Downhill-Worldcup, anfangs als Junior, später in der Elite-Klasse. Andrew Shandro gewinnt in seiner Karriere zwei Worldcup-Rennen, wird vierfacher kanadischer Meister und steht bei vielen Rennen der US Norba-Serie auf dem Podium. Regelmäßig als Sieger.

Als Aktiver setzt er nicht nur sich selbst in den Fokus, er gibt der Szene auch etwas zurück: Sponsoren liefert er Feedback zur Produktentwicklung, den Worldcup-Kurs von Silver Mountain 1994 entwirft er. „Ich war stets professionell in der Zusammenarbeit mit den Firmen, die mich als Fahrer unterstützt haben. Ich wollte nicht nur gesponsert werden, mir war die Arbeit am Produkt wichtig“, erinnert sich Shandro. Die gleiche unaufgeregte Hingabe, die ihn als Athlet zum Goldmedaillen-Gewinner bei den X-Games im Bikercross gemacht hat.

Zweite Karriere Freeride
Nach zehn Jahren Worldcup sehnt sich der Kanadier um 2000 nach Veränderung. „Ich war so lange dabei und bereit für Neues; mein Leben brauchte einen anderen Fokus“, erklärt Shandro. Zur selben Zeit startet Freeride richtig durch, Magazine und Filmer stürzen sich auf den neuen, extremen Fahrstil. „Als North Shore-Local bin ich damit groß geworden, sehr technische und heftige Wege zu fahren, da lag Freeride für mich nahe“, erklärt Andrew. „Mir ging es darum, neue Lines zu fahren und andere Sachen zu probieren“, kommentiert er seine zweite Karriere. Mit Erfolg: Bei der legendären Red Bull Rampage 2003 dropt sich der Kanadier souverän-kontrolliert auf den starken 2. Platz. Und auch ohne Rockstar-Attitüde und Starallüren schafft er es seitdem in zahlreiche Freeride-Movies und rast uns bis heute auf Magazin-Titeln entgegen.

Seitdem er keine Wettbewerbe mehr bestreitet, scheint Shandros Leben noch aufregender. 2002 gründete er die Summer Gravity Camps in Whistler, bei denen erunterstützt von Freeride-Pros wie Cam Zink – den Bike-Nachwuchs im Sommer in Wochenkursen trainiert. Übungsgelände: der legendäre Whistler-Bikepark. „Wir müssen alles tun, was möglich ist, um Kinder und Jugendliche aufs Bike zu bekommen. Unser Sport wird sich nur weiter entwickeln, wenn wir mehr Kids einbinden“, erklärt er sein Engagement.
Seinen enormen Erfahrungsschatz als Fahrer bringt Andrew stark in die Produktentwicklung seiner Unterstützer ein. Trek Bikes ist ein gutes Beispiel. „Da arbeiten gute Leute und ich bin glücklich, Teil des Test-Teams zu sein, das dabei hilft, ein Bike vom Prototypen zur Serie zu bringen.“ Andrew Shandro zeigt: Leidenschaft hat viel zu geben.

Steckbrief Andrew Shandro
Alter: 42 Jahre, geboren und aufgewachsen an der North Shore, Kanada. Fährt mit 7 Jahren BMX und sitzt 1986 zum ersten Mal auf dem MTB. Highspeed ist sein Ding: bereits 1987 erstes MTB-Rennen, schon 1990 im Downhill-Worldcup unterwegs. Racer ist Shandro bis 2000, er gewinnt zwei Worldcup-Läufe. Parallel dazu Zusammenarbeit mit Sponsoren zur Produktentwicklung. Andrew beendet seine Rennkarriere um 2000, wird einer der Vorreiter im Freeride-Mountainbiking. 2002 gründet er die Summer Gravity Camps in Whistler, wo er seitdem mit top Freeridern Fahrkurse für Kids und Jugendliche abhält. Movie-Star: Bald sieht man ihn im neuen Anthill-Film „Not bad“.

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Autor: Florian Storch | Fotos: Trek Bikes/Sterling Lorence