News

Anna Baylis-Scheiderbauer stark bei Ironman in China

Autor: 

Karl Groß
Anna Baylis-Scheiderbauer beim Ironman in China <br>© Team FELT ÖTZTAL X-BIONIC

Nach einer für sie eher durchschnittlichen Schwimmleistung von 1:01 Stunde über 3,8 km drehte Anna Baylis-Scheiderbauer in ihrer stärksten Disziplin, dem Radfahren über 180 km, auf. Dass es der härteste Renntag ihrer Sportlerkarriere werden sollte, machte sich bereits auf der Radstrecke bemerkbar. Windböen von über 50 km/h machten es unglaublich schwer, in der Aeroposition zu bleiben und die Durchschnittsgeschwindigkeit hoch zu halten. »Ich musste immer wieder extrem stark mit meinem Oberkörper arbeiten, um mein Rad festhalten zu können«, so Anna Scheiderbauer.

-------------------------------------------------------------

Großes Kino: »Bike Sport News E-Magazine«
Videos – Infos – Workshops – Tests – Tipps – Tricks – Pics & more!
Jetzt monatlich – for free!

-------------------------------------------------------------

Trotzdem fuhr sie extrem stark. Mit dem drittschnellsten Radsplitt nach 180 km konnte sie unter anderem Ironman Europameisterin Nicole Leder mehr als zehn Minuten abnehmen und bis auf Position fünf vorfahren. Mit dem Marathon über 42 Kilometer folgte ihre schwächste Disziplin, an der sie Monate lang gearbeitet hatte. Bei Temperaturen über 35 Grad wurden die äußeren Bedingungen mittlerweile unerträglich. Ab Kilometer 20 bekam die Allrounderin Probleme, das Tempo zu halten. Zwar musste sie nicht gehen, kam aber auf eine Durchgangszeit von nur noch 6:40 min pro Kilometer. Acht Kilometer vor dem Ziel musste Baylis-Scheiderbauer dann weitere drei Plätze an Amy Simonetta (USA), Amy Gluck (USA) und Shia You Li (TWN) abgeben. »Es kann beim Laufen nur noch besser werden«, so Baylis-Scheiderbauer, die mit ihrer Top-10-Platzierung mehr als zufrieden war.
Bei den Frauen gewann die Amerikanerin Amy Marsh vor der Deutschen Nicole Leder, die eine fulminante Aufholjagd nach dem Radfahren startete. Dritte wurde mit Heidi Jessberger eine weitere Deutsche, die nach einer langen Verletzungspause ein sehr starkes Rennen absolvierte.
Annas Ehemann Jörg Scheiderbauer erwischte es knüppelhart. Nach einer fantastischen Schwimmzeit von 53:16 Minuten machte der Radspezialist Kilometer für Kilometer gut und konnte zusammen mit dem späteren Zweitplatzierten Jozsef Mayor aus Ungarn bis auf Platz sechs vorfahren. Bei Kilometer 80 übersah Scheiderbauer jedoch einen tiefer gelegenen Gullideckel und schlitzte sich den Hinterreifen auf. Nach einem schnellen Reifenwechsel lag er zwar immer noch in den Top-10, ärgerte sich aber nach einer erneuten Aufholjagd bei Kilometer 120 über den zweiten Platten. Das Rennen war für ihn somit vorbei. Mit diesem Schicksal war Scheiderbauer kein Einzelfall. Auf der Radstrecke traf es eine ganze Reihe Topfavoriten wie beispielsweise Chris McCormack, Markus Fachbach und Lothar Leder.
Der nächste große Ironman-Wettkampf für das Ehepaar Scheiderbauer wird die Ironman Europameisterschaft in Frankfurt Anfang Juli sein. Zuvor werden beide vermehrt mit ihrem Felt Ötztal X-Bionic Worldcup-Team einige Mountainbike-Rennen wie beispielsweise den Mountainbike-Marathon in Riva (Gardasee) am 1. Mai bestreiten. Anna und Jörg werden ihre Zeitfahrmaschinen jetzt vorerst zur Seite stellen und ihre Mountainbikes auspacken: »Wir freuen uns nach einem Jahr ohne Mountainbike wieder darauf, Mountainbike-Rennen zu fahren.«
Alle Ergebnisse des Ironman China 2010 unter:
www.ironman.com