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MTB Fahrtechnik-Tipp: Pumptrack fahren

Mountainbike Fahrtechnik Pumptrack - Wellen pumpen

Weich soll es aussehen. Verspielt obendrein. Und dann noch stylisch. Genau das ist der Wunsch vieler Mountainbiker beim Pumptrack-Fahren. Bei unserer multimedialen Fahrtechnikserie zeigen wir den Weg dorthin.

Auf den ersten Blick sieht das Pumptrack-Fahren spielerisch aus. Der erste Versuch zeigt einem aber meist das harte Gegenteil. Sofortige Schweißperlenbildung und hoher Puls sind die Realität. Siehe da, von Runde zu Runde nimmt der Fahrrhythmus zu. Das Bike passt sich immer mehr dem Untergrund an und rollt schon fast von selbst. Die Mundwinkel ziehen sich nach oben. Mit zunehmendem Lächeln nimmt auch das dampflockartige Atmen ab. Das ist aber eine Wunschvorstellung! Damit ihr von Beginn an mit einem Lächeln durch die Wellen im Pumptrack rollt, lest einfach weiter. Viel Spaß beim Rollen, Surfen und Springen!


Surfen ohne Wasser, aber mit Wellen? Genau das ist auch beim Pumptrack-Fahren möglich.

Wellen rollen

Um die erste Runde im Pumptrack genießen zu können, muss gar nicht viel getan werden. Kein hin und her. Kein hoch und runter. Kein vor oder zurück. Einfach nur rollen und sich wie eine Kugel in der Murmelbahn fühlen. Dazu begibt man sich in die Grundposition und hat die Ellenbogen sowie Kniegelenke leicht gebeugt. Wichtig: Das Gewicht ist zu 100 Prozent auf den waagerecht gestellten Pedalen verteilt.


1. In der Grundposition mit waagerechter Kurbelstellung anrollen. Kein Drücken oder Ziehen am Lenker.
Die Pedale tragen das gesamte Körpergewicht. Der Blick geht weit nach vorne.

 


2. Das Vorderrad rollt die erste Welle hoch. Dabei beugen sich automatisch die Ellenbogengelenke,
damit man weiterhin zentral im Rad steht und nicht nach hinten fällt.

 


3. Beim Hinunterrollen strecken sich die Ellenbogengelenke und die Kniegelenke werden etwas gebeugt.
Der Oberkörper bleibt stets ruhig. Weiter geht’s mit Punkt eins.

 

Wellen surfen

Mit der Manual-Technik kann man durch eine doppelte Welle auf dem Hinterrad surfen beziehungsweise wheelen. Dieses Manöver kannaber erst dann eingesetzt werden, wenn man am Pumptrack eine höhere Geschwindigkeit erreicht. Somit heißt es am Anfang: Erst mal pumpen, was die Wellen und der Körper hergeben. Tipp: Ideal ist es, wenn der Manual in der Ebene über unterschiedlichste Distanzen klappt.


1. Locker in der Grundposition durch die Wellen rollen. Der Blick fokussiert eine passende
Doppel-Welle-Kombination an. Körperspannung aufbauen. Das Bike rollt die erste Welle hoch.

 


2. Am höchsten Punkt der Welle das Vorderrad dynamisch nach oben/hinten nehmen und den höchsten
Punkt der zweiten Welle anvisieren. Auf dem Hinterrad rollt man durch die Wellen.

 


3. Durch leichtes nach vorne Gehen beendet man das Rollen auf dem Hinterrad. Sobald das Vorderrad
auf dem Boden aufsetzt, nimmt man die Grundposition ein.

 

Wellen springen

Jetzt wird’s luftig unter den Rädern. Damit man sorglos von der einen zur anderen Welle kommt, benötigt man eine noch höhere Geschwindigkeit als beim Surfen. Für das Springen über eine doppelte Welle, auch Double genannt, muss der Bunny-Hop zum Standardrepertoire gehören. Falls man den Double anfangs nicht komplett überspringt, kann man die Flugphase abbrechen, indem man das Hinterrad am Boden aufsetzt. Somit rollt man mit dem Manual durch die Wellen. Sucht euch anfangs einen flachen Double mit kurzem Abstand. Herantasten ist hier die Devise.


1. Mit einer hohen sowie konstanten Geschwindigkeit durch die Wellen rollen. Die Körperspannung wird
weiterhin beibehalten und der Blick fokussiert sich auf die Absprungstelle.

 


2. Wenn das Vorderrad den höchsten Punkt der Welle erreicht, wird mit einem Bunny-Hop abgesprungen.
Schon jetzt zeigt man mit dem Vorderrad auf die Landezone – kurz hinter dem höchsten Punkt der zweiten Welle.

 


3. Im letzten Schritt die Landung durch Beugen der Ellenbogen und Kniegelenke weich abfedern.
Tipp: Darauf achten, dass das Hinterrad nicht auf der Spitze der zweiten Welle aufschlägt. Schont das
Laufrad und den Geldbeutel.

 

Praxis-Tipps:

Diese Tipps helfen weicher, geschmeidiger und dadurch auch schneller beim Pumptrack-Fahren zu werden.
Der persönliche Style nimmt zu und Kraft spart es obendrein.

 

  • Beim Rollen durch die Wellen darf kein Druck oder Zug am Lenker entstehen.
  • Knie- und Ellenbogengelenke immer leicht gebeugt halten.
  • Ob ihr zentral auf dem Rad steht, könnt ihr selbst überprüfen. Rollt über die Wellen nur mit Zeigefinger und Daumen an den Griffen.
  • Haltet permanent Körperspannung, indem ihr eure Rumpfmuskulatur bewusst anspannt.
  • Spielen erlaubt! Versucht auf dem Pumptrack Fahrtechniken, die ihr schon könnt.
  • Im Pumptrack erlernt man Techniken, die ihr in Zukunft am Trail super einbauen könnt. Probiert es einfach mal aus.

 


Der Foot-Plant ist ein wirklich spaßiger Trick, um spielerisch seine Bikebeherrschung zu verbessern.
Tipp: Je steiler der Absprunghügel, desto leichter klappt der Trick.

 

Über Andy Rieger


Neben seiner Tätigkeit als Redakteur und Fahrtechnikexperte beim bikesport Magazin ist Andy Rieger Mitglied im Bundeslehrteam der Deutschen Initiative Mountainbike (DIMB). Anzutreffen ist er auch bei seiner Fahrtechnikschule HappyTrails.de im Chiemgau.

 

Quelle: 

Text: Andy Rieger | Fotos: Gideon Heede