Test & Technik

Neues von Cannondale: 2017er Jekyll und Trigger im ersten Test

Neue Geometrie, neuer Dämpfer

Die geschmeidigen Katzen sind aus dem Sack. Cannondale hat mit dem Jekyll und dem Trigger seine zwei komplett überarbeitete Enduro- und Allmountain-Bikes vorgestellt. Auffälligste Neuerung. Der Fox DYAD Dämpfer ist Vergangenheit. Die Zukunft gehört dem mit Fox gemeinsam entwickeltem Gemini Dämpfer.

Von Thomas Werz

DYAD ist tot, es lebe Gemini

Erste Fotos des giftgrünen Jekyll-Prototypen von Jerome Clementz kursierten schon in der vergangenen Saison durchs Netz. Die Details des neuen Enduro Racebikes sorgen bei der Präsentation des Bikes dennoch für eine Überraschung. Der über mehrere Generationen an Jekyll und Trigger verbaute Fox DYAD Dämpfer  gehört der Vergangenheit an. Abgelöst wird er vom neu entwickelten Gemini Dämpfer, der ebenfalls gemeinsam mit Fox für die beiden Bikes entwickelt wurde.

„Der Gemini-Dämpfer verfolgt einen anderen Ansatz. Bei den meisten Dämpfern kann man die Dämpfung direkt bei Fahren einstellen, wir passen das Luftvolumen im Dämpfer an“, erklärt Sante Pelot, Senior Suspension Design Ingenieur bei Cannondale in Freiburg. Neben den klassichen Einstellmöglichkeiten des Fox Float Dämpfers kann der Pilot per Lenker-Remote zwischen den beiden Modi „Hustle“ und „Flow“ wählen. Im straffen Hustle-Modus stehen 130 Millimeter Feder weg am Jekyll und 115 Millimeter am Trigger zur Verfügung. Im offenen Flow-Modus geben die Bikes am Heck dann jeweils den gesamten Federweg von 165 und 145 Millimeter frei. In Sachen ebenfalls interessant: Cannondale verzichtet bei beiden Bikes komplett auf die Lefty und setzt Cannondale bei beiden Bikes auf Fox Gabeln –  einer 36er am Jekyll und einer 34 am Trigger.

Ins Auge sticht bei beiden Bikes zudem der durch die neue Anlenkung freigewordene Platz über dem Tretlager. Hier ist Platz für den Flaschenhalter. Darüber die große Wippe aus Carbon-Spritzguss, die im gleichen Material bereits am  Scalpel und Habit verbaut wird. Während der Rahmen des Jekyll ausschließlich für Einfach-Antrieb konzipiert wurde, gibt es das Trigger Carbon 3 für den europäischen Markt mit Zweifachantrieb. Die Kettenstreben bei beiden Bikes sind 420 Millimeter kurz und fallen bei beiden Bikes massiv und steif aus. Laut Cannondale, „die kürzeste Kettenstrebe am Markt“. Beide Bikes verfügen am Hinterbau über Boost und dem vom Scalpel bekannten AI-Offset.

Die Bikes im Kurzcheck

Cannondale Jekyll:

  • 27,5'' Laufräder
  • Gemini Dämpfer-Technologie in Zusammenarbeit mit Fox
  • keine Lefty mehr, sondern 36er Fox Gabel mit 170 Millimeter
  • 170 mm vorn, 165 / 130 mm hinten
  • 4 Modelle, drei Carbon, eine Alu-Variante
  • 65° Lenkwinkel, 75° Sitzwinkel
  • 420 mm Kettenstrebe
  • Getränkehalter mit Platz für 500 ml Flasche

Alle Infos zum neuen Jekyll

 

Cannondale Trigger:

  • 27,5'' Laufräder
  • Gemini Dämpfer-Technologie in Zusammenarbeit mit Fox
  • keine Lefty mehr, sondern 34er Fox Gabel mit
  • 150 mm vorn / 115/145 mm hinten
  • 3 Carbon Modelle
  • 66° Lenkwinkel, 74,5° Sitzwinkel
  • 420 Millimeter Kettenstrebe
  • Getränkehalter mit Platz für 700 ml Flasche

Alle Infos zum neuen Trigger

Die Preise:

Die drei Carbon-Modelle von Trigger und Jekyll kosten 4999, 5999 und 7499 Euro.
Die Alu-Variante des Jekyll gibt es ab 3999 Euro. Die Bikes sind ab sofort im Handel erhältlich.

 

Trigger und Jekyll auf dem Trail

Wir hatten die Möglichkeit, Jekyll und Trigger in der edlen Topversion Carbon 1 in einer ersten Ausfahrt rund um Freiburg zu testen. Auf den Trails am Rosskopf und Schauinsland konnten beide Bikes zeigen, was in ihnen steckt.  Was bei beiden Bikes schon nach wenigen Metern Abfahrt auffällt ist die Wendigkeit und Agilität der Bikes dank der ultrakurzen Kettenstreben.

Das Trigger präsentiert sich auf unserer ersten Ausfahrt am Rosskopf als potentes und verspieltes Allmountain-Fully. Es klettert leichtgängig bergauf, verfügt bergab über die nötigen Reserven und ein fein ansprechendes Fahrwerk. Die Option des Gemini-Dämpfers nutzen wir vor allem bei moderatem Terrain und kurzen, knackigen Zwischensprints gern.

Das Jekyll überzeugt am Schauinsland bergab als Rennmaschine für schnelle und anspruchsvolle Strecken. Egal ob enge Anglieger, Wurzeln, Felsen, Drops – das Jekyll ist wendig und laufruhig in einem. In der Luft ist es ausbalanciert. Egal ob Rennen oder entspannte Enduro-Tour, das Bike ist für jede Schandtat bereit. Wird es arg ruppig und wild, verhindert ein edler Carbon-Schutz, dass das Unterrohr beschädigt wird.

 

 

 

Quelle: 

Text: Thomas Werz, Fotos: David Schultheiß

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